Druckschrift 
Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178 Montſalvans zur Einwilligung zu bereden. Aber da hörte er, daß ſchon zwey Mahl der Graf Greyerz in Montſalvans geweſen, der reitzenden Emma ſeine Blumen zu bringen. Er haßte den edlen Gra⸗ fen, und Haß und Eiferſucht ſchlugen ihre Flam⸗ men der Hölle unter die Flammen ſeiner Liebe.

Er beſchloß ſein Leben an die Zerſtörung des Glückes ſeines Feindes zu ſetzen. In finſtrer Eile verſah er ſeine feſte Burg mit Waffen und Speiſe⸗ Er ritt hinauf an der Rhone ſchönen Geſtaden, und warnte mit dunkeln Worten ſeine Mannen vor der Zeit unſichtbarer Ruhe, und hieß auf allen Hochwachen Holzhaufen zum Feuer errichten.

Ach, Emma wußte von nichts. Sie ging alle Tage an Rudolphs Hand in den ſchönen Gewinden von Thälern in unſchuldiger Freude. Da brach aus einer dunkeln Felſenſchlucht auf einmahl eine Schar Maͤnner hervor, als eben Rudolph und Emma vorübergingen. Rudolph wurde zu Boden geriſſen, in eben dem Augenblicke, da er die Räu⸗ berr erblickte. Emma wollte ihm helfen; aber man

hob ſie empor, und wurde verſchleyert auf ein Pferd gehoben, und ſchreyend verſchwand ſie in den Felſen.

Gefeſſelt lag Rudolph am Boden, bis

am Abend die heimkehrenden Hirten ihn befreye⸗ ten. Rudolph brachte der troſtloſen Mutter die entſetzliche Nachricht. Sie riethen beyde auf den wilden Saley, obwohl die Raͤuber weder Saleys

ö