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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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chen, ſtolzen Ritter vor der demüthigen Emma

ſeyn. Da beſchloß ich ſie legte das glůͤhende Geſicht verbergend auf ſeine Schulter.

Da beſchloſſeſt du großmüthig, den Himmel, um den ich bethete, mir zu ſchenken, ehe ich dich bath. O, rede weiter!

Sieh, da erzaͤhlte meine Mutter, wie die rei⸗

knien würden; o Rudolph, da beſchloß ich noch feſter, dir meine Liebe zu ſagen. Denn keiner kniend vor mir, als ich, du heilige Demuth, und alle Engel des Himmels mit mir. Er lag kniend vor ihr, und weinend. Aber ich begreife nicht, wie der Graf mich kennt; er hat mich nie geſehen.

Geſehen, Gewiß Emma, er ging von Sitten aus, oft als Landmann gekleidet in ſein Land. Hierdurch führt der kürzeſte Fußpfad aus Wallis. Er hat dich gewiß geſehen, und ſah er dich? Wem ſollte er die Blume frommer Unſchuld geben, als dir; als dir, Emma!

Die beſorgte Mutter begegnete ihnen auf dem Heimwege. Emma ſagte ihr offen, was geſchehen war. Gott ſegne Euch denn, meine Kinder, ſagte ſie. Aber ich ſorge vor der Zukunft. Der Graf iſt unſer Herr, und er liebt dich, Emma. Wenn er dir, wie man ſagt, noch eine Blume bringt: das

Veilchen der Hauslichen, beſcheidenen Demurz,

Verdient es Emma nicht, edle Frau? Und bring' er dir die Roſe der Liebe, Rudolph4 Er iſt Herr.