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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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. 14 lichen Grames hingen. O was der reichſte Wunſch begehren darf, iſt mein, das Herz eines edlen Mannes.

Die Mutter errzihete aber ſie fuhr dennoch fort Emma zu bitten, ihre Liebe jetzt nicht dem Nach⸗

8 bar zu entdecken, ſondern erſt weiſe zu überlegen.

Sie meinte, ſie haͤtte ihre Tochter überredet, da dieſe die Lilie aͤn ihrem Buſen befeſtigte. Emma hatte ihren Entſchluß gefaßt. Sie ging den armen Rudolph in dem dunklen Thale entgegen nach Sanct Annen zu.

Sie fand ihn an der reinen Quelle ſitzen, und ſie ſetzte ſich dichter an ihm, als ſonſt; ſie hatte die goldene Lilie in ihrer Hand. Er fragte, und ſie erzaͤhlte ihm lächelnd alles; denn ſie war feſt

entſchloſſen. Aber wißt Ihr, Fraͤulein, was dieſes

Geſchenk aus des Grafen Hand bedeutet? fragte er unruhig? Aber wißt Ihr Rudolph, was dieß bedeutet? Sie zog einen Ring vom Finger, und gab ihm den hocherrothend, und in ihren Tau⸗ benaugen hingen die unſchätzbaren Perlen der Liebe, Thraͤnen.

O meine Emma! rief er vor ihr kniend: wie arm iſt der reiche, mächtige Graf gegen mich! O

des Vertrauens heiligſte Gabe! Weiß deine Mut⸗

ter, Emma? Eben ſie, Rudolph, bath, mein Herz dir noch nicht zu öffnen. Aber Rudolph, dachte ich,

muß nicht einen Augenblick uͤber Emma ungewiß