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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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V

175.

Beſinne dich Emma, es war der edle Graf, es war der edelſte Mann im ganzen Uechtland. Es war der junge edle Graf Rudolph von Greyerz, unſer Lehnsherr! Was erblaſſeſt, was zitterſt du? Siehe die freundliche Heilige, zu der du immer betheſt, Sanct Anna, Eefüüns einen ſchönen Traum deiner Kindheit.

O Mutter, Mutter, in dieſer Bruſt wohnt jetzt ein ſchöner Traum, als jener Traum! die ſchönſte Wahrheit: die Liebe! Ja, Mutter höre es, was ich keiner anvertraute, als der heiligen Anna: ich liebe ihn, Rudolph von Marſan. Was ſoll mir die Blume?

Alſo weiß Rudolph noch nicht, daß du ihn liebſt, fragte haſtig und eifrig die Mutter. O ſo hüthe dich ja, liebe Emma, es ihm zu ſagen. Emma, ſtarrte die Mutter an, die jetzt anhob des Grafen Tugend, ſeine Schönheit, ſeinen Muth, ſeine Liebe zu Emma zu erheben. Sie mahlte ihrer Tochter ſeine Macht, ſein Reichthum aus. Sieh Emma ſagte ſie ſchmeichelnd, und dennoch ſtolz ſich er⸗ hebend über der Tochter Glück: du ſitzteſt da ne⸗ ben ihm auf dem Fürſtenſtuhl, ſeine Vaſallen,

der edle Karbieres, der ſtolze Maugranant, ohne

uns zu grüßen, an uns in Vanel wegging, die Rouſomeri, die alten reichen Eſtavajels knien dann vor meiner demüthigen Emma, auf deren ſchönem Haupte die Fürſtenkrone ſchimmert. Und in deren Augen dann die Thraͤnen eines langen, unbezwing⸗