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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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ſeines Nachbars, des Ritters Saley, beſchirmte, die Kunſt des Saitenſpielens, das er in Rom er⸗ lernt hat, womit er ſein einſames Leben verſchönte, und ſeine Jugend, das alles drang immer tiefer in Emma's Herz. Sie horchte mit ſeligen, unruhigen Herzſchlaͤgen ſeinen Geſang zum Saitenſpiele im Thal, das ſeine Liebe ſang, die fern von ihm in Kloſter ſeiner Liebe vergeſſen. Ach ſie errieth nur zu⸗ weilen, daß ſie es gar ſeyn könnte, die er meinte, die er ſang.

Mit zitternder Hand hing ſie den Nonnen⸗ ſchleyer über ihr Haupt; mit zitternder Hand hing ſie das Kreutz auf die Bruſt voll heißer, ſehnſuͤch⸗

tiger Traͤume. Eifriger horchte ſie jetzt auf der Mut⸗ ter Reden, daß die heilige Jungfrau ſelbſt Mutter geweſen. Das Kreutz ſtieg und ſank auf der unru⸗ 1 higen Bruſt.

Mit ungewiſſer Freude ſah die Mutter ihren langen Wunſch erfüllt, die Liebe in Emma's Her⸗ zen keimen; Rudolph war ihr zu arm; aber rings⸗ um war kein junger Ritter, außer der wilde, rohe Saley. Er ſchien Emma zu lieben. Er hatte ſie einmahl im Kloſter zu Val⸗Saint geſehen. Die Mutter liebte den wilden Mann nicht, Emma ver⸗ abſcheute ihn. Aber die fromme Mutter wollte auch dem ſtillen Glück der Tochter nicht entgegen ſtehen. Sie ſagte ihr; mich dünkt, Emma, Rudolph liebt dich, und du biſt die Hausfrau, die er meint.

Da ſenkte Emma das glühende Geſicht nief auß Laf, drey kl. Romane. H