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Der Verwundete hörte das alles nicht. Er hielt ſeinen Blick ſanft, aber unbeweglich feſt auf Emma. Eine Kloſterfrau, ſagte er ganz leiſe, wie zu ſich ſelbſt, ſich vergeſſend. Eine Kloſterfrau? ſagte er noch einmahl noch leiſer, aber die Augen auf den Boden heftend. O, vergebt mir, heilige fromme Jungfrau, aber ich wußte nicht, wie mir war, da ich aus der Mitternacht des Todes mein Auge aufſchlug, und Euer Geſicht voll Leben und Mitleid, und Euer blaues Auge, wie der ſchoͤne 4— Stern der Hoffnung am Himmel über mir hing— ich werde das nie vergeſſen— nie— aber vergebt
mir, heilige Kloſterſchweſter, ich weiß noch nicht, was ich rede. Ich habe noch nicht das Gelübde abgeleai— ſagte ſie ſanft zurucktretend. Noch nicht? rief er haſtig, noch nicht? und aus ſeinem Auge blitzte Freude hervor. Er breitete 3 die Arme aus, als wollte er Jemanden umfangen. Emma trat noch weiter zuruck. Wenn Ihr nicht ein Engel ſeyd, fuhr er fort: ſo ſeyd Ihr das Fraͤulein von Mont⸗Salvans, und ſo waͤre ich Euer MNachbar Rudolph Marſan aus dem jüngern Hauſe der Herrn von Frutigen. O, Fraulein, Fraͤulein! „ Und Ihr lebet immer jenſeits des Gebirgs? denn Euer Haus ſtand lange verödet. Von heute an nicht mehr; denn was ſind die warmen Nebengefilde, was der reichen Städtee Pracht, was ſelbſt die gebenedeyete Moleſtät des
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