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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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Gib es einem Maͤdchen, das eben ſo demüthig iſt, in verborgener Stille blüht, wie dieſe Blume, die ungeſehen das Leben mit ihrem Duft erfüllt. W Unnd dann— hier zog er eine Roſe hervor— dann gebe der Himmel, mein Sohn, daß ſie dich liebt, daß du ihr der Liebe ſchin⸗ Blume ſchenken darfſt, dieſe Roſe.

Iſt ſie unſchuldig, demüthig, und liebt ſie dich, o, dann, dann wird ſie dir treu ſeyn. Gott gebe es! dann ſetze ihr mitten unter deinen Lehnsmaͤn⸗ nern und Unterthanen dieſes Kleinod auf das ge⸗ ſegnere Haupt, dieſen goldenen Kranz von Korn⸗ blumen und Myrthen, die Farben der Treue und der Hoffnung, und ſey glücklich! Reich mir deine Hand, und vergiß nicht, was du mir verſprichſt, mein geliebter Sohn, keinem Maͤdchen dieſe Blu⸗ men zu geben, das ſie nicht verdient, und keinem deine, das dieſe Blumen nicht hat. Prüfe, ehe du eine gibſt, prüfe wieder, ehe du die Weyt⸗ gibſt, mein Sohn!

Der Jüngling nahm das Schmuckkäſtchen, drückte es an ſein Herz, benetzte es mit Thraͤnen, und legte dann die zitternde Hand wie zum Schwur darauf.

Der Vater ſtarb, und Graf Rudolph ging mit ſeinem Ohm nach Sitten.

So erzählten die Ritter in ihren Burgen, noch wunderbarer erzählten die Hirten, daß der Graf nicht mit dem Maͤdchen, das er liebte, eher