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zu wiſſen, welch ein Fräulein von ſeinen Vaſallen er zu ſeiner Gemahlinn wählen würde. Viel Wun⸗ derbares und Unglaubliches wurde erzählt von den letzten Stunden des verſtorbenen Grafen in den Hütten der Hirten und auf den Burgen des Ed⸗ len. Der Jüngling haͤtte dem ſterbenden Vater bey dem Schutzheiligen ſeines Stammes zuſchwören müſſen, in Gegenwart des Abts von Hauterive und des Biſchofs von Sitten, nie einem andern Madchen die Hand zu geben, als dem er die Blu⸗ men geben würde, die der Vater ihm reichte. Deer Vater erhob ſich von dem Lager, warf den halberloſchenen Blick auf den Sohn, der im Bette kniete, und ſagte: ich war nicht glücklich, Rudolph. Ich war ein Jüngling, wie du ſeyn wirſt; da wäͤhlte
mein Auge und eine blinde Leidenſchaft die Geſel⸗ linn meines Lebens, und— ich habe mein Leben
verloren. Es thut mir wehe, es zu ſagen; denn es war deine Mutter. Sie gah dem Grafen ihre Hand, dem Manne das Herz nicht. Ach, ſie war nichts⸗ als ſchön.
Der Vater ſeufzte, dann öffnete er ein Schmuck⸗ käͤſtchen, und zog eine Lilie von dem feinſten Gold hervor, der Natur an Geſtalt und Farbe ſo aͤhn⸗ lich, als wäre ſie eben erſt gepfluckt. Das iſt die Blume der unbefleckten heiligen Unſchuld, mein
Sohn. Zieht dein Herz dich zu einem Maͤdchen, ſo 1
reiße dich los, wenn ſie nicht ſo rein unſchuldig iſt, wie dieſe Blume. Hier iſt ein Veilchen, Rudolph.


