gar nichts merken laſſen von unſern Hoffnun⸗ gen. Sonſt— Blande haͤngt noch an den Klausner. Blande erhielt den Befehl, ſogleich no⸗ch Hauſe zu kommen. O, mit welchem Entzücken las ſie den Brief. Sie dachte, ihre Aeltern wären wieder mit ihrem theuren Klausner ausgeſöhnt; ſie traumte mitſtiller Seligkeit, daß vielleicht Hein⸗ rich ſie am Eingange des ſchönen Thals empfangen würde. Sie wußte ietzt, daß ſie ihn liebte. Der Umgang mit der Stadt hatte ſie über tauſend Dinge belehrt. Sie hatte die edle Frau von Woll⸗ zogen hundert Mahl gefragt, in welchem Verhält⸗ niſſe ſie mit Herrn Schnell ſtünde. Die edle Frau lächelte, küßte ſie, und erklärte nichts. Mit Freuden zog ſie die einfachen Kleider eines Landmadchens wieder an, welche die Frau von Wollzogen ihr beſorgt hatte. Die Kleider der Stadt packte ſie tief in den Koffer, ihre Singe⸗ notten darauf, und von einem alten Bedienten des Hauſes begleitet fuhr ſie mit froh ſchlagendem Her⸗ zen allen ihren ſchönen Paradieſen entgegen.
Ach, da erkannte ſie in der blauen ferne die lieben Geſtalten ihre Gebirge, und Thraͤnen der Freude floßen über ihre Wangen. Da erſchien der Eingang in's Gebirg, zwey Felſen, die wie ein— Triumphthor, ſich über den Weg wölbten. Sie
ſtieg ab. Sie ließ den Wagen den langen Weg fah⸗ ren. Sie drang mit ſüßen Schauern in das Ge⸗ winde der Felſen, bey jedem die zitternden Arme
Laf. drey kl. Romane. C
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