—-— 47— Herr Baron! ſagte der Caſtellan weiſe: Eins, nur Eins fehlt hier noch. Das waͤre? nun lieber Freund, das waͤre? Eine ſchöne, reitzende Gemahlinn für Sie! Der Baron zuckte die Achſeln, und ſagte leicht⸗ hin: Die wird ewig fehlen. Ewig? Das wollte Gott nicht, daß dieſer
fürſtliche Reichthum nicht in ihrem Hauſe bleiben
ſollte!
Frey heraus, Herr Caſtellan. Ich bin ein we⸗ nig ein Sonderling. Die Mädchen am Hofe— Sie kennen den Hof beſſer als Jemand— ſind an die Intrigue ſo gewöhnt; der Stadtadel? Guter Gott! Die ſuchen Gold, ich Liebe. Liebe ſuche ich, nichts als Liebe. Ein Herz voll reiner Unſchuld. Der Land⸗ adel? Eine ſchlechte Copie von dem Hofadel! Ein reines Herz voll Liebe ſuche ich, und wäre der Va⸗ ter— ein Handwerker. Wahrhaftig, und waͤre er das.
Ich bitte Sie, Herr Baron, Sie aus einem ſo alten Hauſe?
Wie alt denn? Gehen Sie! Ja, hieße ich Cornari oder Contarini, oder Zane, wie dieſe Ve⸗ netianer, ſo ließe ich es gelten, die ihr Geſchlecht mit Urkunden aus dem fünften Jahrhundert belegen können. Mein Haus iſt von geſtern. Pah! nicht alter als Ihr Haus, Herr Caſtellan.
Der Caſtellan ſprang drey Schritte zurück vor Schrecken, und die Caſtellaninn dachte mit einem


