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te, weil ſie eine geiſtreiche und hoöͤchſt gebildete Frau war, ſchien ihn beſſer zu kennen, als irgend ein anderer Menſch. Sie nahm ihn gütig auf; aber ſie ſagte ihm ſchon am dritten Tage: es gibt keinen gefaͤhrlichern Menſchen, Herr Baron, als einen jungen, reichen, hübſchen Mann, der aus Luſt, weil es ihm gelingt, die Menſchen überliſtet. Die Mske, die er traͤgt, verbirgt jedes Verbre⸗ chen, und ſo erwacht auch die Luſt, jedes Verbre⸗ chen zu vollenden, weil man es unbeſtraft und un⸗ erkannt vollenden kann.
Der Baron ſtutzte; aber da ſolcher Bemerkun⸗ gen noch ein Paan kamen, ſo vermied er die ge⸗ fährliche Frau, die allwiſſend ſchien, und unter dem Schutze dieſer Frau lebte Blande, Blande, die er mit wilder Gewalt liebte, obgleich er ſie nur geſehen: aber da er ſie nun geſprochen hatte— er ſprach ſie in einer Geſellſchaft, wo die Frau von Wollzogen nicht war,— da er nun bey ihr fand, was ihm der hoͤchſte Reitz an dem weibli⸗ chen Geſchlecht ſchien, die hohe Unſchuld, bey der allertiefſten Empfindung, ſo kannten ſeine Liebe und ſeine Begierde keine Graͤnze mehr; aber deſte verſteckrer ſpielte er ſein Spiel.
Madame Bruch hatte allen Einfluß auf Blanden verloren. Sie wurde zwar von der Frau von Woll⸗ zogen zum Eſſen gebethen, Frau von Wollzogen fuhr mit Blanden dort vor. Das war alles, und daraus lies ſich nichts machen. Blande lernte ſin⸗


