Druckschrift 
Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— r

—

e

— 44—

mel, erſchien, und ſich Rechnung von den Guü⸗

tern und dem Glück ſeiner Bauern ablegen ließ, das immer wachſen mußte, daß er ſeine Beamten zum Zittern brachte, wenn einer es gewagt hatte, Unrecht zu thun, erfuhr faſt Niemand.

Der Neffe, der dor Niemand zitterte, zitterte vor dem bloßen Nahmen ſeines Oheims, den er nicht kannte, der aber ihm aus ſeinem Verſteckwin⸗ kel aufpaßte, und ihn beſſer kannte, als die ganze Reſidenz, in der er lebte. Der Oheim war nicht verheirathet, weil er ſo ein toller Tollkopf war, ſagte man. Der Neffe ſchien das Band der Ehe auch zu fliehen, weil ihm die Narrheit ſeines Groß⸗ vaters und ſeines Oheims im Blute ſteckt, ſagte man. Julius, des Barons Bedienter, ſagte läͤchelnd; weil es ein Band iſt! Julius kannte ſeinen Herrn.

Eben um ſeines Oheims winen, der unſichtbar ihn umſchwebte, und weil er ein Kenner war, fiel

der Baron nicht ſogleich in das Haus der Madame Bruch, wobey, das wußte er, er nichts gewagt

haͤtte. Er hatte den Plan ſeiner Bekanntſchaft mit

Madame Bruch ſchon von weitem und vorſichtig

angefangen, da ging. Blande— o weh! in das Haus der Frau von Wollzogen über.

Nichts haͤtte den Baron unangenehmer ſeyn können als eben dieß. Denn der Himmel mochte wiſſen, wie es zuging, die Frau von Wollzogen, die faſt nichts wußte, was am Hofe und in der Stadt vorging, und deren Umgang er geſucht hat⸗