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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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der reichſte junge Edelmann. Ein genialer Kopf⸗ ein edler Sonderling! Sagten einige Stimmen; denn obwohl er den Hof beſuchte, ſo war der Hof doch die Zielſcheibe ſeines Witzes. Er war auf Rei⸗ ſen geweſen; die ernſthaften Leute ſagten, wie ein Geck, denn er hatte nicht einen Hof beſucht, nicht einmahl die Geſandten ſeines Fürſten, wohl aber die Vergnügungsörter des Pöbels. Er hatte große Summen auf Reiſen verſchwendet, und doch kam er mit einer blühenden Geſundheit zurück, und ſeit er muͤndig war, bezahlte er alle ſeine Schul⸗ den, ſo ſparſam war er. Sein Haus war klein, aber bequem, und ſeine Geſellſchaften auch. Aber dagegen war ſein Haus auf ſeinem Gute ein präch⸗ tiger Pallaſt, und ſein Park dabey ein Zaubergar⸗ ten. Seine Bauern lobten ihn; denn er war ge⸗ recht und großmüthig; aber ſie liebten ihn nicht, obwohl er ihnen Gutes that. Kurz, er war das ſchönere Bild ſeines Oheims, des alten Barons Hartenſtein, von dem Niemand etwas wußte, als daß er in ſeiner Familie Vetter Tollkopf hieß, weil er, wie man ſagte, Alles in der Welt verkehrt an⸗ gegriffen hatte. Der Großvater war auch ſo ein Tollkopf geweſen, den aber, naͤrriſch genug, alle ehrliche und alle unglückliche Leute, die in ſeine Nähe geriethen, unendlich geliebt hatten.

Vetter Tollkopf war ganz und gar unſichtbar geworden; denn daß er alle Jahre ein paar Mahl auf ſeinen Gutern, wie ein Blitz vom hellen Him⸗