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3— 38— die nicht das Herz hatte, in ihrer Kleidung die züchtige Mutter ihres Heinrichs anzuſehen..
Nun wenn ſie für ihn ſo nicht paßt: ſo iſt's gut! rief die Caſtellaninn: verlobt ſind ſie noch nicht, und wenn Ihnen die paar Thaler, die der grobe Menſch Ihrem Sohne gibt, mehr ſind, als unſere lange Freundſchaft, Herr Paſtor— Sie verbeugte ſich ſehr tief— ſo—
Blande fiel ihrer Mutter laut ſchluchzend in die Arme, um das harte Wort, das ihre bitterhoͤhniſche Miene ankundigte, zurückzuhalten. Mein Mann iſt Caſtellan, fuhr die Mutter fort: Sie ſind hier Paſtor. Wer von des andern Umgang mehr Ehre gehabt hat, das richte Gott, der recht richtet! Sie drehte ſich nach einer kurzen Verbeugung ab.
Der Paſtor faßte an ſeinen Kragen. Ehre 2 ſagte er ernſt: ich ſtehe in Gottes Dienſt, und Gott iſt größer, als ihr Herr.⸗
Der Caſtellat faßte ihn leiſe auf die Schulter,
ſah ihn lächelnd an. Der Paſtor verlor das Gleich⸗ gewicht. Sie ſchieden ſtumm, mit Verbeugungen, aber gehäſſig aus einander. Unterwegs ſagte die Mutter zu Blanden: und von heute an denkſt du mir nicht wieder an den Pfaffenſohn! Zum erſten Mahle fühlte die Caſtel⸗ laninn, daß ſie Blandens Mutter nicht war; denn ſie ſah ohne Mitleiden die todtenbleiche Farbe Blan⸗ dens, hörte die ſchmerzlichen Seufzer, die aus
dem zerriſſenen Herzen hervor kamen.


