— 33— füͤhrt hatte, mich ergriff und ſchüttelte. Ich hatte mit meinen Schluchzen und Thränen das Aufſehen meiner Nachbarn erregt. Was war Ihnen? fragte er mich. Ich war bey Blanden. Ich ſagte die Wahr⸗ heit, und er laͤchelte, und Alle lächelten, die es hörten.
Wer mag Blandens unendliche Sehnſucht nach Heinrich, nachdem ſie den Brief geleſen, beſchrei⸗ ben? Sie hätte mögen der ganzen Natur ihren Schmerz, ihre Sehnſucht, iyre Liebe eindrücken. Sie that, was ſie konnte, in ſpielendem einſamen Gram, und der Klausner gab ihren Träumen Wirklichkeit. Auf dem Paradieſe im See wurde eine Hutte erbaut, die nur ein Zimmer enthielt, einſam liegend unter jungen Eichen, die Heinrichs Hand ſelbſt gepflanzt hatte. Die Hütte trug die Aufſchrift: Amandensruh! Ringsum zog Blande ei⸗ nen Kreis blühender Geſträuche und der ſchönſten Blumen. Hier wollte ſie, ſo ſagte ſie oft, Hein⸗ rich empfangen, wenn er zuruck kaͤme. Alle Gänge der Inſel führten in ſchönen Gewinden auf die Hütte zu.
Hier war Blande oft, hier las ſie ſeine Briefe, die immer an Schnell gerichtet waren, und die ſie nicht alle las. Aber ſie las doch die meiſten; und alle waren rührende Beweiſe ſeiner Liebe, ſeiner Treue.
Auf einmahl fuhr ein tödtender Nordwind durch alle Paradieſe dieſer Unſchuldwelt. Eine nahe Ver⸗
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