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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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312 Por zehn Jahren wohnte in der Hütte die Armuth, die Sorge; der Schlaf ging vorüber, und Seuf⸗ zer erfüllten die Nacht. Welchen beſſern Dank konnte ich haben, als den Anblick, ſieh hin, der glückli⸗ chen Mutter, die in die Thüre tritt.

Da erſt lernte Blande ihren Lehrer verehren, und zum erſten Mahle wünſchte ſie ſich reich zu ſeyn, um glücklich zu ſeyn, wie er; denn ſie lernte von ihm Glückliche zu machen.

Da kam ein Brief von Heinrich. Er war voll von den Empfindungen, welche die große Welt⸗ in die er durch die Güte ſeines F. undes getreten war, in ſeiner Seele hervorgebracht hatte. Er war voll von Blanden, von ſsiner Kindheit ſchönen Freuden, von ſeiner unendlichen Liebe zu Blanden, die er tauſend und tauſend Mahl grüßen ließ. Ich habe in der Welt nichts gefunden, was erhabener ware, als meiner Kindheit früheſte, ſpielende Traäͤu⸗ me. Ach, das Paradies auf Ihrer kleinen Inſel ſuche ich vergebens. Ich war auf ſchönern Inſeln ſeitdem; aber der Hauch des himmliſchen Lenzes auf ihrer Inſel fehlt; das Rauſchen, der Athem, die leiſen Stimmen der Geiſterwelt fehlen; Blan⸗ dens, ach Blande! o meine Blande! Blandens Lä⸗ cheln, Blandens himmelreine Unſchuld fehlt; das Leben, das Blandens Gegenwart dem allgemeinen Tode mittheilen würde. O fände ich auch Alles wie⸗ der, mein Vater, was mir lieb war, ſo würde ich

doch Blanden nimmer finden, und nach ihr ſehnt