— 3e— Blandine wie ſeine Tochter. So hielt man ihm ſeine eigenſinnigen Grillen zu gut. Die, ſagte der ehrliche Paſtor voll Eifer, wenn auch nicht Men⸗ ſchen, Gott zu Buche tragen wird. Aber er trug ſelbſt zu Buche, oder vielmehr um Blanden in ih⸗ rem Grame zu zerſtreuen, mußte ſie ſein Buch füh⸗ ren. Sie trug anfangs leichtſinnig, wie ein Maͤd⸗ chen von fünfzehn Jahren, die Summen in's Buch, ddie er ohne Zinſen hier einem Nachbarn lieh, dort Neeiinem, um ein fruchtbares Stück Wald in Weitzen⸗ acker zu veredeln. Sie trug zu Buch das Geld, das die Bewaͤſſerung der ſchlechten Wieſen koſtete, die zu reichen Weiden, und dann zu Kleeaͤckern wur⸗ den. Aber er redete mit ihr darüber, und ſie las ſchon aufmerkſamer ſeine Rechnungen, wie viel wohlhabender das Dorf ſeit ihren fünfzehn Jahren, ſo lange lebte er hier, geworden war. Sie wurde die Vertheilerinn ſeiner Wohlthaten, und ſie lernte von ihm freygebig und karg zu ſeyn. Ach, ſie ſah auf einmahl, welch ein wohlthatiger Genius ihr Lehrer war, und wie undankbar die, denen er woohl gethan hatte. Laͤchelnd ſagte er dem betruͤbten Maͤdchen: fordert denn die Natur Dank, daß ſie die Erde befruchtet, die Gewitterwolke Dank für ihren Segen? Sie ſegnet und verſchwindet, Blan⸗ de, und wir freuen uns des blallen Himmels, der nur uns ſchmeichelt. Sieh, Blande, iſt die Hütte dort voll wohlgekleideter Kinder, voll Wohlhaben⸗ heit, voll Jauchzen, nicht ein göttlicher Anblick.
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