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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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Heinrich und Blanden glaubig annahmen. Schnell ging nun in der Aeltern Häuſern aus und ein. Er verſprach für des Jünglings Glück zu ſorgen. Daß Schnell ein wohlhabender Mann ſeyn mußte, war unbezweifelt. Familie hatte er nicht. Er liebte die Kinder. Man rechnete auf eine glückliche Zu⸗ kunft.

Der Sommer ging hin, und im Herbſt ſtan⸗ den Heinrich und Blande zum letzten Mahl auf der Inſel allein, die thräͤnenſtrömenden Augen auf einander geheftet, ohne Worte, die Haͤnde feſt in einander geſchlagen, bis Blande, vom Schmerz uͤberwaͤltigt, das erblaſſende Geſicht auf ſeine Schul⸗ ter legte. Da tönte des Klausners Flöte über den See her, ihnen das Zeichen, daß er gehen wollte.

Amanda! ſagte er zum vierten Mahle. Aman⸗ dus! antwortete ſie, und er trat allein in die Gon⸗ del. Blande blieb allein im einſamen Gebüſch. Heinrich ging mit dem Klausner durch das Thal, über die Höhen, das Gebirg hinab, bis die breite Landſtraße, die Heinrich zum erſten Mahl ſah, ſie empfing.

Sieh noch einmahl zuruͤck, Heinrich, nach dem Gebirge. Dort ſchlägt ein unſchuldiges Herz in rei⸗ ner Liebe für dich, Blandens Herz. Du wirſt in der weiten Welt ein ſo reines Herz, ein ſo unſchul⸗ diges als Blandens nicht wieder ſinden, und faͤn⸗ deſt du es wieder, ſo kannſt du nicht dieſe Liebe wieder finden, Heinrich, o du glücklicher Menſch!

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