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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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then der Dichtkunſt aus des Klausners Maͤhrchen kraͤnzten. Sie hatten ihre Maskeraden ſo gut wie eine Hauptſtadt, und viel ſinnvoller: Heinrich ging von Blanden tief ins Gebirge, und Blande mußte ihn ſuchen. Ihr fiel mit einer ſüßen Wehmurh Amanda ein. Sie nähte Muſcheln von Seeauſtern an ihren Hut, an ihren Mantel; dann pilgerte ſie mit ihrem Pilgerſtabe ins Gebirge hinein, und ſuchte.

Amanda ſie, Amandus er! bis ſie ihn auf ihrer Lieblingshöhe traf. Ach, es war das erſte Mahl, daß er die Arme um das geliebte Pilgermädchen ſchlug, das erſte Mahl, daß er ſie mit einem ganz veraͤnderten Tone der Stimme, nicht Blande, ſon⸗ dern Amanda nannte.

So war ſie vierzehn Jahre alt geworden, er ſechzehn. Sie liebten ſich unendlich; aber ihre Liebe war nur das heitere Vertrauen, die heilige Un⸗ ſchuld, eine ſüße Gewohnheit, ein freundliches Spiel, eine reine Liebe aus den Gefilden des Him⸗ mels, ohne den Stachel der unruhigen Begierde, der wilden, heißen Sehnſucht nach etwas Unbe⸗ kannten. Die beyden Herzen ſchlugen nur vor Freu⸗ de, vor Glück. Ruhe lag in ihren Seelen. Sie waren nur glücklich.

Da lief die erſte dunkle Wolke über ihr Leben weg. Die Caſtellaninn ſah einmahl vom Schloſſe her mit einem Tubus, der in des Fürſten Zimmer ſtand, in der Gegend umher. Sie ſah Blandinen