— 19— er Ritter, der Gott und ſeinem Arm alle Wunder zutraut, und ſich nicht irrt. Er ſteht am Abgrunde, den ſeine Feinde ihm gegraben. Er muß hinein; und ihn trägt die Hand ſeines Engels durch den Abgrund, durch Feuerflammen, durch reißende Waſſerſtröme. In den öden Wildniſſen zeigt eine unſichtbare Stimme, eine Quelle, eine Hütte, ei⸗ nen Weg, einen Baum edler Fruchte. Der Glau⸗ ben an Gott, ein einfach treues Herz ohne Trug, ohne Heucheley bringt alle Wunder hekvor, macht ſich die ganze Natur, und alle Geiſter dienſtbar.
So erzäͤhlt er, und die beyden Kinder ſitzen jedes auf einer Seite neben ihm, die großen Augen voll Glauben, Bewunderung und Entzücken, auf ſein ernſtes Auge, als einer ſchönen Wehmuth feſt⸗ geheftet, die Bruſt voll Begeiſterung, voll Erwar⸗ tung, voll Mitleiden, voll Triumph.
Er verſchmaht es nicht ihnen ein andermahl die Treue zweyer Liebenden zu erzahlen, getrennt von einander durch ein hartes Geſchick, Amandus er, Amanda ſie. Er ging für ſie in den Tod, in die Welt; und ſie, ſie barfuß und zerſtreutem Haar, mit Pilgerhut und Stock, wandert durch das Eis des Nordens, durch den glühenden Sand des Sü⸗ dens, über Ströme und Gebirge, rund um die Erde, bis ſie endlich ſich finden, ſich ſehen, ſich erkennen, ſich einander an die treuen Herzen drü⸗ cken, und vor Entzücken, Lippe an Lippe, die Seelen aushauchen.


