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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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oft zu dem Klausner zu gehen; aber die Maͤhrchen des Klausners zogen ſüßer als die Warnung der Aeltern. Sie gingen immer öfter und immer lieber hin. Nur erzäͤhlten ſie nicht mehr ſo viel von ihm. Waͤren die Aeltern nicht blind geweſen, wie Aeltern, ſie haͤtten ſehen muſſen, daß die Kinder in einer andern Welt lebten, in einer ſchönern, als die ſie ihnen geben konnten.

Es waren die Maͤhrchen des Krausnerg, die Hein⸗ richen und Blanden eine ganz neue Welt aufge⸗ ſchloſſen hatten. Er erzählte ihnen, gar nicht oft, ſelten ſogar, ein Maͤhrchen, aber mit ſo viel Ernſt, mit ſo viel nachdrücklicher Heimlichkeit, daß die Kinder gar nicht auf den Einfall kommen konnten, es ſey ein Maͤhrchen, es ſey erdichtet. O nein, vielmehr hatten ſie je etwas für wahr gehalten, ſo hielten ſie des Klausners Mährchen für Wahrheit, nur für eine Wahrheit, die nicht jeder Menſch wiſſen könnte und durfte.

Er ſaß mit ihnen, wenn er ihnen erzaͤhlte, ent⸗ weder in einer daͤmmernden Felſengrotte, wohin ſich nur ein zweyfelhafter Strahl des Tages ſtahl, oder oben auf der Spitze der höchſten Höhe, wo zu ihren Füſſen die unermeßliche Ebene lag, und über ihnen das reine Gewölbe des Himmels, der Auf⸗ enthalt der Schutzengel, von denen er erzählte. Er erzählte das unglückliche Schickſal eines Men⸗ ſchen, der mit einfachem Muthe alles traͤgt, um nur redlich, treu ſeinem Worte zu ſeyn. Bald war

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