doch nur den Cicero neben ſo einen Fürſten, und
ſieh', welch ein armſelige Figur.—
Die Frau ließ ihn ſeine Blasphemie nicht voll⸗ enden. Sie legte voll Schrecken die Hand auf ſeine Lippen.
Beym Gegenbeſuch war es noch ſchlimmer. Der Caſtellan führte ſeine Gäſte im Hauſe umher. Vor dem Zimmer des Fürſten geboth er mit Miene, Stellung und Hand Ehrerbiethung. Der Paſtor dachte an Cicero, an Cäſar; aber ſeine Stellung war doch demüthig. Im Schlafzimmer erzählte der Hofmann mit einem zweydeutigen, aber doch ehr⸗
erbiethigen Lächeln die Begebenheit von der ſchön⸗
ſten Stunde ſeiner Durchlaucht, die das Schloß hervor gebracht hatte.
Hier hielt ſich der Prediger nicht länger. Er rief: ſo wahr der Herr lebt, er iſt ein Mann des Todes! So ſprach Nathan zu David, und ich hoffe zu Gott, ich würde ſo ſagen, und ſtünde der Fürſt mit ſeiner Krone auf dem Haupte hier.
Für das Wort ſegne Sie Gott, Herr Paſtor rief der Caſtellan in einem ganz andern Tone,
und ſchuͤttelte dem Paſtor herzlich die Hand. Sie waren von dieſem Augenblicke an Freunde; obgleich
der Caſtellan nach ein paar Minuten in den leiſen, ſanften, demüthigſtolzen Hofton zurückfiel.
Kurz, trotz der äͤußern unähnlichen Schale, ſchmolzen die beyden Hauſer in eine enge Freund⸗ 3 ſchaft zuſammen. Lamm feyerte auf dem Schloſſe


