Das Fraͤulein mußte fort. Der Fürſtinn war
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Mädchen bedauert, daß er das Fraͤulein, die man beobachtete, nicht ehe ſprechen koͤnne, als bis nach dem Spiel, und ſo lange, ſetzte ſie lachend hinzu, müſſen Sie ſich gefallen laſſen, mein Oheim zu heißen. Denn Sie wiſſen nicht, wie hier Einer den Andern belauert, behorcht und belügt.
Das Maͤdchen hatte ſeine achtzehn Jahre, eine ſchlanke, volle Figur, ein paar lachende, blaue Augen, ein paar Arme rund wie gedrechſelt, und weiß wie Schnee, plauderte allerliebſt, lachte noch lieblicher; kurz, Vetter Tollkopf, der ein hübſcher
Mann von zwey und dreyßig Jahren war, fand
ſeine Lage mit dem hübſchen Mädchen mit jeder Mi⸗ nute bedenklicher.
Ein Maͤdchen am Hofe hat ſo etwas in der er⸗ ſten bedenklichen Minute weg. Sie koketirte aus jugendlichem Uebermuth deſto mehr, deſto ſiegreicher mit dem Manne, bis das Fraͤulein kam.
Nun kam eine andere Szene. Der Oheim ver⸗ ſprach zu helfen, es war ſpaͤt geworden. Da ſtürzte das Madchen athemlos ins Zimmer, rief die Ober⸗
hofmeiſterinn! Das Maͤdchen zog, das Fraͤulein ſchob den Oheim Tollkopf durch eine Thür. Das
Fraͤulein ſchloß ab, und Vetter Tollkopf ſtand im Dunkeln allein mit dem allerliebſten Mädchen, das
ihren Kopf an ſeine Bruſt lehnte, um ihr Kichern
zu verbergen. 8 Sie horchten dann. Das war noch ſchlimmer.
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