Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 1. Band (1872)
Entstehung
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drohte. Der Erfindungsreiche warf ſein ganzes reiches Talent auf die ergiebigſte Verwerthung der vorhan⸗ denen Säugethiere; das Beefſteak, Rumſteak, der Roſt⸗ braten und das Filet erreichten unter ſeinen Augen eine nie geahnte Vollendung Aus Theilen, welche er früher achtlos beiſeite warf, bereitete er jetzt die merkwürdigſten und feinſten Muſchelragouts, die ge⸗ trockneten und in Eſſig conſervirten Gemüſe lebten

wieder auf unter ſeinem ſchöpferiſchen Hauch und grünten

ſchöner als je zuvor auf dem Miſtbeet ihrer Geburt. Aber Woche um Woche ſchwand, immer enger wurden die Grenzen ſeiner Kunſt. Blatt um Blatt, Blume um Blume ging den Weg alles Sterblichen, die letzten in Kalk aufbewahrten Eier kamen daran, die letzten Hühner und Kapauner, die letzten Hammel verbluteten, die letzten Käl⸗ ber ſtießen den Todesſchrei aus, nur das Rind blieb übrig, das herrliche breitſtirnige Rind mit den klugen, gutmüthi⸗ gen Augen, von denen ſchon Homer ſingt, und die kräfti⸗ gen, ſaftigen Beefſteaks, die er, als er die Hexameter ab⸗ zählte, wohl nur vergeſſen hat. Denn daß man ſchon im graueſten Alterthum Beefſteaks gegeſſen habe, daran zwei⸗ felte der edle Koch nicht im geringſten, ebenſo wenig als daran, daß ihre Zubereitung Jahrtauſende hindurch auf einer ganz unbegreiflich niedrigen Stufe ſtehen ge⸗ blieben war, bis er dieſem an und für ſich rohen und