Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 1. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

194

auf denen Vingris ſo oft weinſelig die müden Glieder gereckt, lag in der ganzen Häßlichkeit ihrer dickleibigen Geſtalt eine Achtzigpfünder⸗Bombe.

Vingris ſtand ſtumm vor dem ſeltſamen Fremd⸗ ling. Er hatte viel erlebt während ſeiner an Wechſeln reichen Thürhüterlaufbahn, ſo etwas war ihm aber doch noch nicht vorgekommen.

Einige Minuten beſchaute er die Beſcherung, dann begab er ſich zu ſeinem Herrn, um den Vorfall zu mel⸗ den und zu fragen, was da zu machen ſei.

Im Vorzimmer des Barons fand Vingris bereits den Koch in höchſter Aufregung. Zum erſten Mal in ſeinem langen, thatenreichen Leben, dem Tauſende von Poulards zum Opfer gefallen waren, deſſen Meilen⸗ ſteine aus Pyramiden von entfleiſchten Wildpret⸗ knochen aufgerichtet werden konnten, hatte derſelbe nicht das winzigſte Stückchen Fleiſch mehr bekommen können.

Er hatte bisher Alles mit der Geduld eines deutſchen Poeten ertragen. Er, der einen Ruf weithin über Paris beſaß wegen genialer Zubereitung von Gemüſen, um deſſen Gunſt die Köche von Vachette und Frères Provençaux buhlten, der oftmals, wenn beſonders alte Weinreſte die Tafel ſeiner Herrſchaft verließen, die ganze Welt in einen ungeheuren Gemüſegarten ver⸗

.