21
mit einem Blick tödtlichen Haſſes. Dann ſchloß er die Thür...
Stanowsky ſtand in der Mitte des Zimmers, er⸗ regt, aber äußerlich ruhig. Selbſt die gewöhnliche ge⸗ ſellſchaftliche Begrüßung erſchien ihm nach all dem,
was vorgegangen war, als etwas Lächerliches. Er
ſtand daher ruhig, aber die nachläſſig elegante Hal⸗ tung von ehemals gelang ihm nur halb und ſein von einem dunklen Bart umrahmtes Geſicht vermied es, dem bleichen Antlitz der Walachin zu begegnen. In kurzen Zwiſchenräumen wagte er unter den halbgeſenk⸗ ten Wimpern hervor einen lauernden Blick nach der Frau zu werfen, welche er aller natürlichen Ordnung nach als ſeine erbittertſte Feindin betrachten mußte und welche ihn zu ſich rufen ließ aus Sehnſucht nach
ihm. Aus Sehnſucht, ja, ſo hatte ſich Staroſch aus⸗
gedrückt.
Stanowsky hielt es unter dieſen Umſtänden für das Beſte, zu warten, bis Leopolda ſprach. Er hatte ſogar einen Augenblick gezögert, hierher zu kommen, aber ſeine Abenteuerluſt hatte die Beſorgniſſe über⸗ wunden, die in ihm aufgeſtiegen waren. Leopolda hatte ihm ja ſchon früher Beweiſe ihrer grenzenloſen Hin⸗ gebung geliefert, warum ſollte ihre Liebe nicht auch den Tod der Schweſter und Nebenbuhlerin überdauern?


