Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 1. Band (1872)
Entstehung
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Sie ſetzte ſich wieder und ſpielte zerſtreut mit den Blumen des Kranzes.

Wie die giftige Schlange will ich mich unter Roſen verbergen, um ihn zu verderben. Ich räche Dich, Schweſter! Du ſollſt Ruhe haben in Deinem Grabe.

Sie ließ das lockige Haupt auf ihre Bruſt ſinken. Der Kranz fiel zu Boden und raſchelte und die mor⸗ ſchen Zweige theilten ſich.

Mit abergläubiſchem Staunen ſah Leopolda nieder.

Du liebteſt ihn, ja, ja, ich ſah's noch an Deinem brechenden Auge; Du liebteſt ihn noch, als er Dir den Tod gab. Du willſt nicht gerächt ſein. Du biſt noch ſchwachherzig im Tode. Du verzeihſt ihm.

Leopolda richtete ſich auf.

Aber ich verzeihe ihm nicht. Deine Liebe hat Dich getödtet, mich erhält mein Haß am Leben. Ich bin ſein Verhängniß. Er ſoll daran zu Grunde gehen, trotz Dir.

Raſchelnd flog der Immortellenkranz beiſeite und vorgebeugt, als wolle ſie ſich auf einen unſicht⸗ baren Feind ſtürzen, grauſamen Jubel im geiſterbleichen

Geſicht, lauſchte die Walachin.

Sie hatte ſich nicht getäuſcht, es waren Tritte, die ſich näherten. Die Thür öffnete ſich und Sta⸗ nowsky trat in den Raum. Staroſch verfolgte ihn