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Vor ſeinem innern Auge ſtiegen alle die Frauen empor, die ihm willenlos anheimgegeben waren und ihn vergötterten, obwohl er ſich in vielen Fällen nicht einmal mehr die Mühe gegeben hatte, ſie über ihn ſelbſt zu täuſchen; mit einem wonnigen Schauer durch⸗ drang ihn endlich die Gewißheit, daß Leopolda ihn für den an ihr begangenen Verrath ſchon deshalb nicht verantwortlich mache, weil derſelbe ſie von einer ge⸗ fürchteten Nebenbuhlerin befreit hatte. Mit ein wenig Eitelkeit beweiſt man ſich ja ſo viel. Aber ſeine Ver⸗ haftung, ſeine Entehrung! Bah! Er war nicht verur⸗ theilt worden, alſo war er nicht ſchuldig. Leopolda ſah ihn ſtraflos, was wußte ſie, was wußte er ſelbſt von den Gründen! Eine gewaltige Umwälzung war vor ſich gegangen, das einſt allmächtige Syſtem war geſtürzt und mit ihm ſeine Richter und Helfer. Sein Ankläger, der rothe Fränkel, war durch die wiederholten Pferderequiſitionen der Republik verarmt und galt bei aller Welt für blödſinnig, ſeit er in allen Winkeln von Paris ſeine entflohene Frau ſuchte; er war daher nicht mehr zu fürchten. Nur ein paar vergeſſene Acten in der Regiſtratur des Juſtizpalaſtes erzählten von Stanowsky's Schmach, und während der bevorſtehenden Belagerung konnte eine preußiſche Bombe auch ſie zerſtören. Die glänzendſte Stadt der Welt war abgeſchloſſen von der


