Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 1. Band (1872)
Entstehung
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Stümper! Verrathe mich ſogar, wenn Du willſt, aber merke Dir, daß alle Schurken der Welt ohnmächtig ſind gegen das Verderben, im Herzen eines Weibes ausgebrütet.

Staroſch heftete den Blick voll demüthig ſcheuer Bewunderung auf ſeine Herrin, dann raffte er das am Boden liegende Geld zuſammen und ging.

Narinka! rief die Fürſtin.

Narinka kam und blieb erſtaunt vor den leuchten⸗ den Augen und glühenden Wangen ihrer Herrin ſtehen.

Mein graues Atlaskleid mit den rothen Schlei⸗ fen ſchneil! Nun, was ſtarrſt Du mich ſo an? Haſt auch Du den Gehorſam verlernt? Geh!

Narinka faltete die Hände.

Fürſtin!

Leopolda erhob hochmüthig das ſchöne Haupt.

Was gibt's?

Noch zittern in der Luft die Grabgeſänge für Fürſtin Anna. Ich höre ſie oft des Nachts, wenn ich erwache und Alles ſtill iſt und nur der Mond durch bleiche Wolken geht. Fürſtin Anna hat ihre Reiſe bis zum Himmelsthor noch nicht zurückgelegt, ſie könnte ihren Weg nicht fortſetzen, wenn die nächſten Anver⸗ wandten zu früh die Trauerkleider ablegten.

Abergläubiſche Närrin, ich weiß es beſſer, warum v. Schlägel, Der rothe Faſching 2