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12.
Die beiden Henker Polens.
Chriſtian war todt und mit ihm der größte Theil der Gefangenen; es bedurfte nur noch weniger Minuten und die Uebrigen, unter dieſen Van Eldorff und Conrad von Waſa, folgten ihnen in die Ewigkeit.
Ein Zufall unterbrach die ſchreckliche Schlächterei.
Ein Mann, an einem Thore der Citadelle vom Pferde ſteigend, ver⸗ langte ſogleich zum Gouverneur geführt zu werden.
„Der General iſt für Niemand zu ſprechen.“
„Ich muß ihn ſehen.“
„In zwei Stunden.“
„Sofort!“
Dieſer Mann, welcher ſeiner Sprache und ſeinen Manieren nach zu den beſten Ständen gehören mußte, war wie ein Mann aus dem Volke gekleidet, aber man konnte ſich nicht in ihm täuſchen. Er war mit ſeinem Wunſche, zum General zu kommen, ſo dringend, daß dieſer betroffen war.
„Wer iſt der Mann?“ fragte der Letztere.
„Ein Mann aus dem Volke.“
„So!“
„Aber ich glaube, daß es ein ſehr vornehmer Herr iſt.“
„Sein Name?“
„Er hat ihn nicht geſagt.“
„Frage ihn.“
Der Diener ging zu dem Unbekannten zurück, der ſich weigerte, ſeinen Namen anzugeben. Er ließ dem General Mouravieff nur eine Karte von bläulicher Farbe überreichen, auf welche er geſchrieben hatte: Obit jeho.
Mouravieff ſah die Karte an und zitterte.
„Laß ihn eintreten!“ ſagte er.
Die beiden Männer ſtanden ſich gegenüber und⸗ fielen einander in die Arme.
Es waren die beiden nordiſchen Ungethüme— der General Mouravieff und der General von Berg.
Der Letztere, durh Mouravieff erſetzt, weil dieſer rückſichtsloſer war, hatte inzwiſchen Beweiſe von Rohheit gegeben. Er war es, der folgende Inſtruction zum Gebrauch für die ruſſiſchen Soldaten eingeführt hatte: Es iſt unnütz und umſtändlich, hierher eine ſolche Menge Gefangener zu führen. Die Bauern haben nicht ſo viele Mühe, ſie erſt zu fangen und dann noch bis hierher zu trasportiren; viele ſind außerdem unterwegs wie⸗ der entflohen. Es iſt jedoch nöthig, daß man die Bauern belohnt und er⸗ muthigt, daß ſie ſich als treue Unterthanen ihres Kaiſers aufführen.
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