Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Deshalb autoriſire ich Sie, in Ihrem Quartiere die für die Gefangen⸗ nehmung und Ablieferung der eingefangenen Rebellen verſprochenen Beloh⸗ nungen auszuzahlen. Sie können dieſe Belohnungen ſelbſt, wenn Sie es für nöthig erachten, bis zu folgendem Betrage erhöhen: 30 Rubel für einen Anführer; 10 Rubel für einen Rebellen⸗Offizier; 5 Rubel für einen Adligen; 3 Rubel für Inſurgenten aus den Hauptſtädten und 1 Rubel für einen Juden oder Bauer.

Dieſe Inſtruction wurde geheim gehalten und ſie iſt die Veranlaſſung zu den Gräuelſcenen, welche geſchehen.

Am Tage nach dem Erlaß dieſer Inſtruction hatten die Ruſſen Schlöſ⸗ ſer und Pachtungen beſetzt und geplündert. Ein Gutsbeſitzer zeigte ihnen

einen vom Großfürſten Conſtantin ausgefertigten Befehl, welcher im War⸗ ſchauerDziennik veröffentlicht war und anordnete, dieſe Beſitzungen un⸗ beläſtigt zu laſſen.

Die Ruſſen lachten, der Chef zuckte die Schultern; zuletzt war die Antwort: Das iſt ganz gut für die Oeffentlichkeit, wir haben andere In⸗ ſtructionen! und anſtatt abzulaſſen, wurde jetzt erſt recht geplündert.

Nach der Plünderung wurden der Eigenthümer, ſeine Gäſte, die Die⸗ ner und ein junger Arzt, der von Krosniemece herbeigerufen war, um die

Verwundeten zu pflegen, feſtgenommen. An einer Mauer befeſtigt, wurde dem Letzteren die Bruſt mit Bayonnetſtichen zerfleiſcht und dann durch drei Flintenſchüſſe getödtet.

An demſelben Tage hüteten bei Kosmin auf den Wieſen drei junge Bauern das Vieh des Herrn Kuniecki. Eine ruſſiſche Abtheilung, welche vorbeimarſchirte, beluſtigte ſich damit, auf ſie zu ſchießen.

Der Eine wurde auf der Stelle getödtet, der Zweite verwundet und der Dritte verdankte ſeine Rettung der Geſchwindigkeit ſeiner Füße.

Am folgenden Tage hatten ſich achtzehn junge Leute, welche an dem an dieſem Tage ſtattgefundenen Kampfe Theil genommen hatten, in die Pachtung Szydlowin, Eitenthum des Generals Szydlowski, zwiſchen den Dörfern Uakomy und Krynica geflüchtet. Sie glaubten ſich dort in Sicher⸗ heit und beſchloſſen, die Nacht daſelbſt zuzubringen.

Sie hatten ſich in einer Scheune niedergelegt, als gegen ſechs Uhr des Morgens die Pachtung von einer halben Schwadron Koſaken umringt wurde, welche, ſeitdem ſie die Gegenwart der Polen entdeckt hatten, die Scheune umzingelten und die Abſicht kundgaben, ſie in Brand zu ſtecken. Die Inſurgenten, welche die Unmöglichkeit, ſich zu vertheidigen, einſahen, öffneten die Thür und ergaben ſich auf Gnade und Ungnade. Die Koſaken ließen ein wildes Freudengeſchrei hören, zogen die Polen aus der Scheune, brachten ſie funfzig Schritte weit in die Ebene, entkleideten ſie gänzlich und gaben auf ſie eine Salve mit ihren Carabinern. Dann tödteten ſie die,