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„Wir wollen gehen.“
„Warte einen Augenblick; es wird gut ſein, Dich auf Alles vorzu⸗ bereiten. Wenn Du Dich weigerſt, weiter zu gehen, wenn Du Umſtände machſt, ſieh her— Madame hat in einer Hand einen Dolch, in der andern eine geladene Piſtole; ich habe einen Dolch im Gürtel, eine geladene Piſtole in der linken Hand und das Gewehr Deines Freundes in der rechten Hand.Ä“
„Ich verſtehe.“
„Du haſt nur eine unnütze Waffe, beim erſten Verſuch von Verrath ſchlage ich Dir die Hirnſchale ein, Madame erdolcht Dich, oder ſchießt Dich todt. Reißeſt Du aus, ſchieße ich Dich nieder.“
„Ich verſtehe.“
„Du kannſt veranlaſſen, daß wir gefangen werden, aber Dein Tod iſt dann gewiß.“
Der Graf Batory öffnete die Thür und die drei ſonderbaren Gefährten ſtiegen die Treppe herab.
„Wirſt Du wohl gehen, Frauenzimmer!“ rief der wirkliche Koſak, als ſie auf dem Hausflur waren und ſchlug mit dem Gewehrkolben gegen die Schwelle.
„Die junge Dame erhob, wie entrüſtet, den Kopf.
„Sehr gut,“ flüſterte ihr Batory in das Ohr,„er hat mich wirklich verſtanden.“
„Der Major Run, in einem andern Zimmer angegriffen, hatte ſich mit den bloßen Händen gegen die Gewehre und Bayonette vertheidigt. Als man ihn vor den Commandeur führte, hatte er an beiden Händen keine Finger mehr. Ein Offizier, dem er begegnete und den er anſprach, ant⸗ wortete ihm mit einem Säbelhieb. Ein Diener war getödtet, einer durch Bayonnetſtöße tödtlich verwundet, neun Andere hatten mehr oder weniger ſchwere Verwundungen erlitten; die Frauen wurden, außer einer Dienſtfrau und einem jungen Mädchen, verſchont.
„Dem Blutbade folgte die Plünderung, ein großer ghei des Schloſſes wurde verwüſtet, was man nicht fortſchleppen konnte, wurde zerbrochen und in Stücke geſchlagen. Geld, Silber und ſonſtige Werthſachen wurden mit⸗ genommen und die Beute der Ruſſen betrug hier nicht weniger als vierzig⸗ tauſend Gulden.
„Durch einen Glückszufall wurde der Graf, welcher ſich mit ſeinen Kindern in eine Dachſtube eingeſchloſſen hatte, nicht entdeckt.
„Am nächſten Tage ließ er den Commandanten der ruſſiſchen Colonne, welche ſich in der Umgegend gelagert hatte, fragen, ob er ſeine Kinder nach
Lublin bringen dürfe.
„Wie!“ rief der Offizier,„lebt er denn noch?“


