„Die Ruſſen drangen ein. Ein Soldat ſieht den Oberſt, wirft ſich auf ihn und durchbohrt ihn mit ſeinem Bayonnet.
„Zum Commandeur,“ rief der Oberſt,„ich will den Commandeur ſprechen!“
„Er erhebt ſich, zwei Ruſſen unterſtützen ihn und führen ihn zu ihrem Befehlshaber.
„Aber, ſechszig Jahr alt und ſchwer verwundet, geht er ihnen nicht ſchnell genug, die Soldaten ſchlagen und ſtoßen ihn mit den Gewehrkolben.
„Er kommt an einem Offizier vorüber.
„Schämen Sie ſich nicht,“ ſagt der Oberſt zu ihm,„es mit anzu⸗ ſehen, daß vor Ihren Augen, von Ihren Soldaten, ein Mann von meinen Jahren, mit Blut bedeckt, und Offizier wie Sie—“
„Schweigen Siel“ antwortete der Offizier roh, indem er ſich abwendet.
Endlich kommt man beim Commandeur an.
„Wer ſind Sie?“ fiagte dieſer.
„Valentin Dunin, Oberſt der Garde, ehemals Soldat des erſten fran⸗ zöſiſchen Kaiſerreichs, jetzt Grundbeſitzer dieſes Landes.“
„Mein Herr,“ verſetzte der Commandeur,„wenn dem ſo iſt, bedaure ich es, daß man Sie mißhandelt hat, jedoch verdanken Sie dies nur ſich ſelbſt und Ihren Feunden.“
„Uns—
„Sie ſind die allein Schuldigen.“
„Wir, die Opfer—!“
„Man hat auf meine Truppen mehr als hundert Mal gefeuert, Sie werden die Folgen zu tragen haben.“
„Sie wiſſen, wer ich bin,“ ſagte der Oberſt,„und jeder Eid würde
nützlos ſein. Ich habe dem Tode nahe geſtanden, meine Bleſſuren beſtä⸗ tigen es und ich habe ſtets die Wahrheit geſprochen; ich erkläre Ihnen, Sie haben gelogen, wenn Sie ſagen, daß aus dieſem Schloſſe Schüſſe ge⸗ fallen ſind; laſſen Sie mich hier bewachen, ſuchen. Sie überall und wenn Sie eine einzige Schußwaffe finden, mögen Sie mich hier erſchießen laſſen.“
„Der Ruſſe hatte die letzten Worte des unglücklichen Greiſes gar nicht mehr gehört. Er antwortete nicht und kehrte ihm den Rücken zu.
„Einen Augenblick nachher ſtürzt eine Frau, verfolgt von zwei Ko⸗ ſaken, in die Kammer, in welcher der Graf Batory verborgen war. Er ſieht aus ſeinem Verſteck, daß dieſe Elenden ſich auf die junge Frau werfen und ſich nicht nur anſchicken, ſie zu tödten, ſondern ſie vorher zu entehren. Er ach⸗ tet nicht mehr auf die Gefahr, welche ihm droht, er denkt nicht daran, daß er ſelbſt verloren iſt, wenn er ſich zeigt. Er ſpringt mitten in das Zimmer
und, ſeit dem Beginn der Inſurrection ſtets bewaffnet, tödtet er einen der
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