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„Möge Gott unſere Sache beſchützen!“ flüſterte ſie mit einem Lächeln der Verzweiflung.
Conrad hatte eine Frage auf ſeinen Lippen, welche er nicht auszu⸗ ſprechen wagte.
Julia ahnte es.
„Sprechen Sie!“ ſagte ſie.
„Werden Sie mir nicht böſe ſein?“ fragte er.
„Was können Sie fragen, was Sie mir weniger theuer machen könnte?“
„Was iſt aus Ihrer Schweſter geworden?“
Das junge Mädchen erbleichte.
„Aus meiner Schweſter?“ ſagte ſie.
„Eleonore Batory.“
„Und warum fragen Sie nicht auch, was aus meiner Mutter gewor⸗ den iſt?“
„Ich wagte es nicht.“
„Nun wohl—“
„Sprechen Sie!“
Julia neigte ſich zum Ohr des Prinzen.
„Mein Vater weiß es nicht,“ ſagte ſie,„er weiß's noch nicht, Sie ſind der Erſte, der Einzige, dem ich meine Schande anvertraue.“
„Ihre Schande, ſagen Sie?“
„Meine Mutter dient der Sache der Ruſſen gegen ihr Vaterland.“
„Was ſagen Sie mir da?“
„Die Wahrheit.“
„Wo iſt ſie?“
„In Warſchau.“
„Und Ihre Schweſter?“
„Meine Schweſter?— ſprechen wir niem als von ihr.“
Der Graf Batory kam heran und das Geſpräch wendete ſich zu all⸗ gemeinen Dingen.
Einige Augenblicke nachher war der Prinz von Waſa allein mit dem
Grafen Batory und der Erſtere ſagte:
„Sie ſcheinen betrübt, Graf!“
Der Angeredete antwortete:
„Sie werden bald erfahren, warum. Wenn ich binnen vier Tagen nicht getödtet bin, wird ſich in Warſchau ein ſchreckliches Drama entwickeln, ein Drama, das die Gemüther in Aufregung bringen und deſſen die Welt ſich erinnern wird.“.
Der Prinz von Waſa verließ den Arm des Grafen von Batory und trat in das Bivouac.


