Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Für unſere und Eure Freiheit. Wunderbarer Weiſe wurde dieſe Schaar durch eine Frau commandirt, ein Mädchen, welches ſtolz ihre Büchſe auf dem Rücken, den Revolver im Sat⸗ telgurt und den Degen in der Hand trug. Eine Lanze mit den National⸗ Farben war an ihren Steigbügel befeſtigt.

Der Graf Batory erkannte dies Mädchen und warf ſich in ihre Arme. Ein junger Mann ſah ſie und fühlte, daß ſich ſeine Knie beugten das Mädchen war Julia Batory.

Sie war an der Spitze einer Escadron polniſcher Lanciers und brachte eine wunderbare Wirkung in ihrer kriegeriſchen Ausſtattung hervor. Das Kleid hob ihren feinen und eleganten Wuchs und unter der amarantfarbigen Mütze drängte ſich eine Fülle blonder Locken hervor, welche auf ihre Schul⸗ tern herabfielen..

Sie ſtieg vom Pferde und ging, nachdem ſie das Thier einem ihrer Kampfgenoſſen übergeben hatte, auf Conrad zu und zog ihn bei Seite.

Die beiden jungen Leute hatten ſich ſehr viel zu ſagen; es ſchien ihnen ein Jahrhundert vergangen zu ſein, während ſie einander nicht geſehen hatten. Beide fanden ſich am Tage der Gefahr, mit den Waffen in der Hand, wieder zuſammen.

Wie, ſagte Conrad zu ihr,wollen Sie kämpfen?

O, erwiderte ſie,werde ich zum Kämpfen kommen? Setzen Sie ſich einen Augenblick in unſere Lage und denken Sie an das Schick⸗ ſal, das uns vorbehalten iſt. Polen kann nur frei werden, wenn Europa ihm zu Hüffe eilt. Europa wird nur für uns Partei nehmen, wenn wir uns wie ein Mann erheben und wenn wir Ausdauer beſitzen; ganz Polen aber wird ſich erſt erheben, wenn es durch Ströme von Blut zum Aeußer⸗ ſten gereizt iſt.

Was denken Sie, Julia?

Daß die Erſten von uns, welche in den Kampf kommen, hingeſchlach⸗ tet werden, und daß Polen über die Leichname dieſer Tauſende von Opfern das Banner ſeiner Unabhängigkeit aufpflanzen wird!

Und Sie, ein Weib, Sie wollen ſich opfern?

Ich führe einen Namen, welcher dazu verpflichtet.

Julia, laſſen Sie den Männern die Ehre, ſich für das Vaterland tödten zu laſſen und bewahren Sie die Stellung, welche die Natur Ihnen angewieſen hat.

Conrad, ſagte Julia,wenn meine Vaterlandsliebe mich nicht verpflich⸗

tete, mich mit Euch zu vereinigen, wenn die Gefahren, welchen das Land

entgegengeht, nicht mahnend an Alle heranträten, welche den Muth. in ſich fühlen, ſich den moskowitiſchen Kugeln entgegenzuſtellen und ſich zuerſt zu opfern, dennnoch würde ich gezwungen ſein, in Eurer Mitte zu kämpfen.

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