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Es war ein ſchöner, großer junger Mann von zweiundzwanzig Jahren, oder auch etwas älter, und er hielt ſich aufrecht und ſtolz, trotz der großen Müdigkeit, welche er zu empfinden ſchien.
Bei ſeinem Anblick ging ein Ausruf des Enthuſiasmus durch die Rei⸗ hen; Aller Herzen hatten mitgerufen:
„Es iſt Stanislas Tarnow!“
Conrad von Waſa war ihm in die Arme geſtürzt. Aller Hände ſtreck⸗ ten ſich nach ihm aus.
„Das iſt ein Wunder!“ ſagten die Einen.
„Uebernatürlich!“ die Andern.
„Nein, meine Freunde,“ verſetzte Tarnow,„meine Gegenwart mitten unter Euch iſt kein Wunder und nichts Uebernatürliches, ſondern es iſt das Freundſchaftsband, das uns vereint und die Hingebung, welche uns auszeichnet. Während unſere Tyrannen ſich zu meinem Tod verſchworen und meine Hinrichtung vorbereiteten, wachten Brüder über mich und trafen alle Anordnungen zu meiner Flucht.“
„Meine Brüder, gelobt ſei Gott!“ ſagte die Stimme eines Prieſters, welcher einen Degen an der Seite und ein Crueifix in der Hand, an der Spitze eines Trupps Inſurgenten erſchien. 3
„Gelobt ſei Gott!“ wiederholten hundert Stimmen. Alle Kniee beug⸗ ten ſich, alle Köpfe ſenkten ſich und ein würdevolles und frommes Gebet
ſtieg zum Himmel hinauf. Nach dem Gebet ſang eine feurige Stimme das Volkslied:„Der Abgang zur Armee.“—
Nach Beendigung des Geſanges ſagte Taruow:
„Meine Freunde, die Stunde, einen Hauptſchlag auszuführen, iſt ge⸗ kommen.“
Einen Augenblick nachher war er unter andere Gruppen getreten und äberall zeigte er ſeine uneigennützige Vaterlandsliebe und ſein Vertrauen zu der guten Sache.
Gegen zwei Uhr Nachts kam eine neue Bande an und wurde durch erneuete, brüderliche Grüße bewillkommt.
Dieſe jungen Leute, vom glühendſten Eifer für das Vaterland begeiſtert, kamen ſingendz herbeigezogen, als ob ſie zu einem Feſte gingen und mehrere hatten ſchon Zeit dazu gefunden, ſich mit der Uniform zu bekleiden, welche als die der polniſchen Inſurgenten feſtgeſetzt war.
Die nationalen Waffen, welche ſeit 1831 verſchwunden waren, wurden aufs Neue durch die Inſurgenten erhoben.
Die Fahnen trugen auf einer Seite den weißen polniſchen Adler und
den weißen litthauiſchen Ritter, und auf der andern Seite das Bild von
„Unſerer Frau von Czentochowa“, mit der Umſchrift:
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