Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Sie waren mitten in ihrer Berathung, als ſich von der andern Seite der Weichſel her ein Lärm erhob, der die Aufmerkſamkeit der Parteigänger erreichte.

Man ſpannte das Ohr.

Der Lärm kam vom Blonier Walde her und bald konnte man unter⸗ ſcheiden, daß er von einer ruſſiſchen Cavallerie⸗Abtheilung herrührte.

Das Wetter war dunkel und der dichte Wald erſchwerte es, zu un⸗ terſcheiden, was am Fluſſe geſchah.

Die Flinten wurden geladen und man machte ſich bereit, allen Ereig⸗ niſſen zu begegnen.

Man hörte bald darauf das Geräuſch eines in das Waſſer fallenden Körpers und durch die Stille der Nacht drangen die Bewegungen, welche ein Schwimmer macht, indem er die Wellen durchſchneidet.

Eine Abtheilung Koſaken hielt das Ufer beſetzt und mehrere Schüſſe fielen.

Gebt Acht! rief Graf Batory,dort iſt einer der Unſrigen, welcher aus den Händen der Banditen flieht, wir wollen uns bereit halten, ihm beizuſtehen und der Jagd auf ihn ein Ende zu machen.

Mehr als zwanzig Flintenſchüſſe zerriſſen die Luft, die Kugeln ziſchten in den Wellen der Weichſel, aber noch immer hörte man die Bewegungen des Schwimmers.

Der ruſſiſche Offizier vereinigte alle ſeine Leute und ließ auf der gan⸗ zen Linie Feuer geben.

Der Schwimmer verſchwand unter dem Waſſer und die Kugeln ſchlu⸗ gen hinein, ohne ihn zu treffen.

Vier Freiwillige! rief der Offizier.

Niemand meldete ſich.

Ihr ſeid feige Hunde! ſchrie der Offizier;Ihr ſeht, daß dieſer Unglückliche mit dem Waſſer kämpft und Keiner von Euch hat den Muth, ihn der Gefahr zu entreißen!

Nicht einmal ein Lächeln trat auf die Lippen der Koſaken.

Die Ruſſen verſtanden den Witz nicht.

Sieben Stunden waren bereits vergangen, ſeitdem man den Flüchtling mit Büchſenſchüſſen verfolgt hatte und der Offizier ſprach von Mitleid über die Gefahr, in der er ſchwebte!

Endlich bezeichnete er vier Reiter aus der Truppe.

Hierher! ſagte er.

Die Bezeichneten folgten dem Commando.

Steigt von den Pferden und werft Euch in die Weichſel!

Keiner von ihnen zeigte den geringſten Eifer.

Augenblicklich! rief er;und bringt mir den Gefangenen todt oder lebendig!