Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Sie ſchickten ſich an, ihm zu gehorchen.

Ihr braucht, ſagte der commandirende Offizier,Euch nicht zu bemühen, hier wieder her zu kommen, wenn Ihr Euren Gefangenen nicht mitbringt; ich gebe Euch mein Wort, Ihr werdet mit Flintenſchüſſen empfangen!

Sie warfen ſich in den Fluß und machten verzweifelte Anſtrengungen, den Flüchtling einzuholen.

Meine Freunde, ſagte Graf Batory,wir müſſen einen Bruder ret⸗ ten; vier Freiwillige vor!

Es traten zehn aus den Reihen..

Geht mit Gott, ſagte der Grafund ſchwimmt zu den Ruſſen!

Die zehn Männer glitten in den Strom und ſchwammen ſchweigend an die Seite der Ruſſen.

Dieſe, Geräuſch hörend, ſahen ein, daß ſie umzingelt ſeien und beab⸗ ſichtigten erſt, umzukehren; aber es war zu ſpät, und von beiden Seiten lebhaft angegriffen, konnten ſie nur einen ſchwachen Widerſtand entgegenſetzen.

Zwei Polen waren bei dem Flüchtling und halfen ihm, das Ufer zu erreichen.

Der ruſſiſche Offizier hatte keine Ahnung, was, funfzig Schritt von ihm entfernt, vorging; er befahl, als ſeine Leute nicht zurückkamen, ſechs An⸗ dern, den vier Erſten zu folgen.

Sie ſchwammen in aller Sicherheit bis zur Mitte der Weichſel.

Ein rauher Wind heulte im Walde von Blonie, beugte die alten Eichen und ſchüttelte die Gipfel der Tannen und Fichten. Ein dichter Nebel ſtieg aus dem Fluſſe und warf einen undurchdringlichen Schleier zwiſchen die bei⸗ den Ufer.

Die Ruſſen ſchwammen unter tiefem Schweigen.

Plötzlich hörten ſie wenige Schritte vor ſich ein Geräuſch; ſie glaubten, es ſeien ihre Kameraden, welche ſie bemerkt hätten und trafen gar keine Vorſichtsmaßregel.

Sechs Polen ſtürzten ſich auf ſie; ſie wollten fliehen aber auch hierzu war es ſpät, ihre einzige Reitung war der Kampf. Auch dieſer war weder lang noch blutig. Die Wellen der Weichſel trugen abermals ſechs ruſ⸗ ſiſche Leichname mit ſich fort.

Der Flüchtling ſetzte den Fuß auf das Land.

Sofort feuerten die Polen ihre Flinten in die Luft ab und der ruſ⸗ ſiſche Offizier bemerkte nun, daß er hintergangen war; da er nicht wußte, bis wohin er verfolgt werden könnte, gab er Befehl zum Rückzuge nach

der Stadt.

Der Flüchtling wurde im Triumph zu den Bewaffneten geführt, und ein großes Feuer wurde für ihn und die kühnen Polen angezündet, welche die Ruſſen beſiegt hatten.