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Der beſtürzte Sergeant befahl zwei Anderen, hinauszugehen, um zu ermitteln, was geſchehen war.
Zwei Koſaken ſchickten ſich an, einzeln hinauszutreten. Kaum hatte der erſte dieſer Beiden einen Fuß in den Hof geſetzt, als eine Kugel ihm die Stirn zerſchmetterte. Sein brechendes Auge wendete ſich inſtinctiv zu⸗ rück und fiel auf ſeinen Kameraden, der, von einer zweiten Kugel in die Bruſt getroffen, lautlos zuſammenſtürzte.
„Wir müſſen Alle hinaus!“ rief der Sergeant entſchloſſen.
Sie drängten ſich durch den ſchmalen Ausgang und befanden ſich nach wenigen Augenblicken in dem kleinen Hofraum.
Abermals ertönte ein Schuß, der einen Ruſſen niederſtreckte.
„Gebt Feuer!“ rief wüthend der Sergeant.
Die Kugeln der Koſaken pfiffen und prallten gegen die Mauern.
Auf's Neue fiel ein Schuß und wieder ſtürzte einer der Ruſſen zu Boden.
„Hinaus von hier!“ rief der Sergeant.
Die nach der Straße führende Thür ſtand halb geöffnet, ein Koſak verſuchte durch dieſelbe in's Freie zu gelangen, die andern folgten ihm, doch wurde bei dieſem Fluchtverſuch noch einer von ihnen von einer Kugel ge⸗ troffen.
Die halb offen ſtehende Thür war mittlerweile, wie von unſichtbarer Hand, vor den Koſaken geſchloſſen worden. Es war nöthig, dieſelbe wieder zu öffnen; dies war jedoch zeitraubend und einer der noch übrigen Soldaten wurde tödtlich verwundet.
„Es müſſen mindeſtens Funfzehn in dieſem verwünſchten Hauſe ſein!“ ſagte der Sergeant, nicht weniger bleich, als ſeine getödteten Leute.
„Und wir ſind unſerer Drei!“ bemerkte ein Koſak.
Die Thür wurde durch Kolbenſchläge zertrümmert und ein Ruſſe, der ſich hindurchſtürzen wollte, wurde durch eine auf ſeine Bruſt gezückte Degen⸗ klinge durchbohrt, ſein Blut entſtürzte der Wunde.
Der Sergeant jedoch, eine neue Gefahr ahnend, ſtieß den letzten ihm noch übrig gebliebenen Soldaten vor ſich hin. Dieſer wollte hinaus ſchreiten, kaum aber war er mit einem Fuße in der Straße, als er ent⸗ ſetzt zurückfuhr.
„Vorwärts, hinaus!“ rief der Sergeant, ihn vor ſich her ſtoßend.
Der Koſak ſtieß ein klägliches Aechzen aus, er war gegen die Klinge eines blutigen Degens angerannt, der ihm entgegengehalten wurde.
Der Sergeant gab ſich verloren; unentſchloſſen, ob er vorwärts ſchreiten oder zurückgehen ſollte, blieb er vor der Thür ſtehen.
Ein Piſtolenſchuß knallte, ohne ihn jedoch zu treffen.
„Beſſer, daß ich vorwärts gehe!“ ſagte er ſich.
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