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Die Koſaken brachen in lautes Lachen aus.
„Bei Gott!“ rief der Sergeant,„ich habe eine köſtliche Idee. Wie wär's, wenn wir die Taube mit dem Täuberich zuſammen einfingen? es würde wahrhaftig grauſam ſein, ein ſo zärtliches Pärchen zu trennen.“
Dieſe Worte wurden mit rohem Lachen begrüßt.
. Schon machte der Sergeant Miene, ſich des Mädchens zu bemächtigen.
Angeln geſprengt hatte.
Plötzlich trat ein Mann herein, nachdem er die Thür faſt aus den
Sein Geſicht verrieth ſtolze Entſchloſſenheit, ſeine Haltung war energiſch
und feſt.
„Was giebt es hier?“ fragte er in gebieteriſchem Tone. 1 Doch bedurfte es keiner Antwort, ein einziger Blick genügte, ihm die
Situation zu erklären.
Mit eiſerner Fauſt faßte er den Sergeanten bei der Kehle und drückte g 9
ihn gegen die Wand, als hätte er ihn an dieſelbe genagelt.
4 Die betäubten Koſaken ſtanden ſtumm und unentſchloſſen da. Der neue Ankömmling zog ein Meſſer hervor und zerſchnitt mit Blitzesſchnelle die Seile, mit denen Chriſtian's Hände zuſammengebunden
8 waren.
4„Tadeus, mein Bruder!“ rief Beatrix,„rette ihn, rette meinen Ver⸗ lobten! Nicht wahr, Dn wirſt ihn nicht hinwegſchleppen laſſen?“ Tadeus öffnete die Verbindungsthür.
„Schweſter,“ ſagte er mit ſanfter Stimme,„gehe hinein, mein Kind, dies iſt kein paſſender Ort für Dich.“
Und mit zärtlicher Gewalt ſchob er ſie in das angrenzende Zimmer.
„Ihr ſeid elende Memmen,“ fuhr er fort, indem er die Soldaten an⸗ redete,„Ihr beſchimpft ein Mädchen, und damit Ihr Eure feige Handlung un⸗ geſtraft ausüben könntet, knebelt Ihr ihren einzigen Vertheidiger; doch kennt Ihr Tadeus nicht,“ fügte er, ſeine Aermel zurückſchiebend, hinzu,„Ihr
dem Sergeanten.
Welt daſtehen wird.“
ſeid Euer zehn gegen unſer zwei, doch gleichviel, ich fürchte Euch nicht.“ Und mit wuthblitzenden Augen näherte ſich der muthige junge Mann
„Tadeus,“ ſagte Chriſtian,„was willſt Du thun? Dieſe Meuſchen ſind uns an Zahl weit überlegen, ſie werden uns wehrlos machen und Beatrix wird dann keinen Vertheidiger haben. Ich bin deſertirt und ſie haben mich wieder eingefangen; beſſer, daß mein Schickſal ſich erfülle. Compromittire Du Dich nicht, bedenke vielmehr,
daß Beatrix unbeſchützt und allein in der
„Du haſt Recht, Chriſtian!“ antwortete der junge Mann, deſſen Zorn
und Aufregung einer beſonnelleren Stimmung gewichen ſchien. 4 Er ſenkte den Kopf und kreuzte die Arme über ſeine Bruſt.


