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„So kennen Sie doch den Fürſten Conrad Waſa?“ fragte Sigismund leiſe und dicht vor den Alten hintretend,„er ſendet mich.“
„Den Fürſten kenne ich wohl, denn ein Geichiſtemann wie ich kennt alle Welt. Aber was iſt es mit ihm?“
„Er ſendet Ihnen ſeine Grüße und die Parole: Grab, Tod, Meer.“
„Ah! Aber wir waüm doch hinaufgehen, meine Frau wird ſich freuen, den Neffen eines alten Geſchäftsfreundes kennen zu lernen.“
Der Alte ſagte es laut, denn ganz leiſe kniſterte es hinter der Tapete, als raſchle dort eine Maus oder— ein Lauſcher.
„Geh hinauf, Wilhelm, und melde den Damen, daß ich gleich oben komme mit dem Herrn Neffen von Roſenheim, Sohn und Compagnie aus Brody.“
Doch während er es hinaus rief und der Diener die Treppe hinauf eilte, flüſterte er Sigismund zu:
„Sie ſehen doch nicht aus wie ein jüdiſch Kind.“
„So bin ich getauft.“
„Wo logiren Sie?“
„Ich denke in das beſte Hotel zu gehen; ich habe einen franzöſiſchen Paß, der mich im Nothfall ſchützt.“
„Sehr gut, nun kommen Sie hinauf, denn oben ſind wir ſicherer als hier.“
Sigismund folgte dem Alten; doch ließen ſich die Damen entſchuldi⸗ gen, ſie ſeien noch bei der Toilette. Abraham ließ Frühſtück bringen und ſo oft der Diener das Zimmer betrat, redete er von Brody, das er kannte, vom Geſchäfte, von alten Zeiten, die er mit dem Onkel ſeines jungen Gaſt⸗ freundes verlebt, und Sigismund ſtimmte ganz in denſelben Ton mit ein.
„Nun, was befiehlt der Fürſt?“ fragte der Alte, als ſie ſich endlich allein ſahen.
„Er iſt um Ihretwillen in Sorgen. Der Graf Woyslawice berich⸗ tete von einer Hausſuchung.“
„Ach der! Unglück hat er über mein Haus gebracht.“
„Der Fürſt meint, daß Sie mich benutzen möchten, Gefahren zu be⸗ ſeitigen.“
„Die Druckerei der Banknoten iſt ſchon ſeit voriger Woche fortgeſchafft,
die National⸗Regierung iſt benachrichtigt und ich denke, ich kann morgen
auch die Papiere in ſichere Hände legen.“
„Morgen erſt?“
„Es geht nicht ſchneller. Ich kann nichts aus dem Hauſe bringen, ſo ſehr bin ich bewacht.“.
„So geben Sie mir die Sachen. 44
„Geht nicht, junger Herr, ich hubs geſchworen, fie r nur einem Mitglied der Regierung zu überliefern.“
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