Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Er fand nicht viele Hinderniſſe auf ſeinem Wege; die Ruſſen, die ſich auf einen entſcheidenden Angriff vorbereiteten, ruhten und tranken und hör⸗ ten nicht auf den Hufſchlag des Roſſes, das nahe genug an ihnen vorüber trabte.

Auch wußte er den nächſten Weg als den offenſten; er eilte, aus dem Walde und auf die große Fahrſtraße zu kommen und bald erſchien er nicht anders, als wie ein Sohn reicher Eltern, der, weil die Univerſität geſchloſ⸗ ſen war, ſeine müßige Zeit zu einem Spazierritt benutzte.

Seinen Bart hatte er abgeſchnitten, ſeinem Haar einen möglichſt mo⸗ dernen Anſtrich gegeben und Niemand hätte in dem jungen Stutzer, der die Lorgnette in das Auge kniff, den glühenden Freiheitskämpfer entdeckt. Vor der Judengaſſe ließ er ſein Pferd ſtehen und übergab es einem

Schankwirthe, daß er es füttere. Ich bin ein wenig toll geritten, ſagte er,und mein cher pDapa brummt mit mir, wenn ich das Thier ſo heiß nach Hauſe bringe. Geben Sie ihm Hafer, ich gehe indeſſen, mir die hübſchen Mädchen anzuſehen; ſa⸗ gen Sie mir doch, wo ich die ſchönſten finde? Die Schoͤnſte, antwortete der geſchmeidige Wirth,iſt des reichen

Abraham's Rebeckchen, kommt aber ſelten an's Fenſter und noch ſeltener auf die Straße, außer im geſchloſſenen Wagen, oder am Sabbath, wo wir nicht fahren dürfen. Wo wohnt das holde Kind?. Rechts um die Ecke das dritte Haus, wo die Eiſengitter unten an

den Fenſtern ſind. Gut, wollen ſehen, ob ſich das Täubchen locken läßt. Ein Liedchen pfeifend ſchlenderte er die ſchmutzige Gaſſe hinab; dann, 4

als er um die Ecke gebogen war, nahm er plötzlich einen ſchnellen, feſten Schritt und klopfte mit ernſter Miene an dem Hauſe des alten Abraham. Ein chriſtlicher Diener öffnete. Herr Abraham zu ſprechen?

Wahrſcheinlich.. Ich komme von Roſenheim, Sohn und Compagnie in Brody, und bin hier accreditirt. 3 en Treten Sie hier herein, ich werde Sie melden.. 4 Er fand ſich in demſelben Zimmer, in welchem zwei Tage vorher Adrian gon Woyslawice auf den alten Abraham gewartet hatte. 4 4 Dieſer ließ den ihm gemeldeten Fremden auch diesmal nicht lange vergeblich harren und bald ſtand er vor Sigismund mit ſeinen klugen

Augen, ſeinem feundlichen Munde, ſeinem weißen Barte und kahlen Schei⸗ tel und betrachtete den Ankömmling, der ſich tief verneigte.

Roſenheim, Sohn und Compagnie, ſagt mir mein Dieneraber ich kenne die Firma nicht.

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