Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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und Verpflegung. Glauben Sie es einem alten Soldaten, Oberſt, es iſt am beſten ſo, weil es nicht anders geht.

Ich will es den Offizieren berichten.

Der Alte hat Recht, ſagte Conrad Waſa, als er dieſe Nachricht em⸗ pfing,es bleibt uns kein anderes Mittel, als das, uns zu zerſtreuen und einzeln den Anſchluß an ein größeres Corps zu ſuchen. Laßt uns den Rath befolgen und zwar ſo lange die Nacht und die Müdigkeit der Ruſſen uns begünſtigen.

Indem kamen die ausgeſandten Freiwilligen mit Waſſer zurück. Sie berichteten, daß zahlreiche Ruſſen nicht weit von da im Walde lagerten, doch bewieſe die bei ihnen ungewöhnliche Stille, daß ſie ſehr müde ſein mußten.

Stanislas ließ die Verwundeten tränken und ſo gut es ging, verbin⸗ den. Hier fehlte es an einer ſchnellen und geſchickten Hülfe, wie Sigismund Krotowski ſie kürzlich zu verſchiedenen Malen geleiſtet, und die Wunden wurden von bereitwilligen, doch mitunter plumpen Händen durch Moos und Erde geſtopft, mit zerriſſenen Montirungen umwickelt, dem Patienten ein Baumzweig als Stab in die Hand gegeben und die Sehnſucht nach Frei⸗ heit erſetzte dem Dahinwankenden die fehlenden Körperkräfte.

Es war eine jammervolle Scene, als die Leute zuſammentretend von ihren Führern Abſchied nahmen, um in der Flucht Befreiung vor Knuten⸗ hieben, vor Sibirien und dem Henkerbeil zu ſuchen.

Conrad Waſa reichte den Scheidenden ſeine linke noch unverwundete Hand und verſuchte es, ihnen Muth und die Hoffnung auf ein Wiederſehen zuzuſprechen. Julia tröſtete die Verwundeten ſo gut ſie es vermochte dann gingen die Einen lautlos nach Weſten, die Anderen nach Süden.

Man hatte es für gut befunden, daß die Kranken bei einander blieben, damit ihr langſamer Gang nicht die Geſunden an ſchnellerem Fortkommen hinderte, und es war elend, die bleichen Jammergeſtalten mühſam dahin wan⸗ ken zu ſehen, indeſſen die allzu ſchwer Getroffenen mit thränenden Augen den Todesſtoß erflehten, der ſie vor Leiden und Gefahren erretten ſollte.

Mitternacht war vorüber und nichts als ein leiſes Kniſtern dürrer Zweige verrieth den Weg der Fliehenden. Einige krochen in Erdhöhlen, um zu ruhen und günſtigere Gelegenheit abzuwarten; andere wateten durch Gräben, ſchwammen durch Waldſeen, verbargen ſich in hohlen Baumſtäm⸗ men, oder waren glücklich genug, ein frei umherirrendes Pferd zu finden, das ſie ſchnell dem rettenden Dorfe zuführte.

Am längſten waren Stanislas Tarnow, Conrad Waſa und Julia auf dem Platze geblieben und erſt jetzt geſtattete der Fürſt es ſeiner Gattin, ſei⸗ nen furchtbar ſchmerzenden Arm zu verbinden.

Wir haben mancherlei Gefahr gemeinſam beſtanden, ſagte er, dem