Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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junge Graf zu eilen und ſah ſich bald in einer ungewohnten Thätigkeit, deren Aufregung ihm zuſagte. Das bewegte Lagerleben, die Spannung, in der ſich ein Jeder befand,

belebten Adrian's Geiſt und bald fühlte er ſich heimiſch in dem ſeltſamen Treiben, kannte die Abzeichen aller Regimenter, alle Fahnen, alle Offiziere

und brannte vor Begierde, auch die Ruſſen kennen zu lernen.

Dennoch kam der Nachmittag heran und ſchon erwartete Conrad einen ſpäten oder gar nächtlichen Ueberfall, als ganz in der Nähe die erſten Büchſen knallten.

Hurrah und Huſſah! In einem Augenblicke ſtand Alles auf ſeinen Poſten. Wie vom elektriſchen Draht bewegt, ordnete ſich die ganze Menge zu einem gemeinſamen Anprall gegen die Feinde.

Die Senſenmänner voraus, ging es im Laufſchritt gegen die Ruſſen los, die wankten, wichen und ſich erſchrocken zurückzogen.

Hurrah und Haſſah! So ſchlugen die Polen in das feindliche Heer, jauchzend und zähneknirſchend, mit dem letzten Todesröcheln auf den Lippen oder im wilden Sprunge, wie der Tiger auf ſeine Beute ſtürzt.

Hurrah und Huſſah! Und die Feinde fliehen, hierhin, dorthin, und ohne daß der General es zu verhindern vermag, eilen die Polen verfolgend hinterdrein.

Laßt Sammeln blaſen, ſchnell! rief Waſa, und Julia ſprengte davon.

Aber die wüthenden Schaaren hörten nicht auf den bekannten Ton. Immer tiefer drangen ſie in den Wald den fliehenden Ruſſen nach, die hierhin und dorthin ſtoben.

Das löſte die geſchloſſenen Reihen.

Und nun von der anderen Seite dringen Feinde in immer dichteren Schaaren heran, vom Walde, vom Dorfe, von der Landſtraße her wimmelt

es von Ruſſen, und die Freiheitskämpfer, die jetzt mit Entſetzen auf den Geſichtern ſich um ihre Führer ſchaaren, ſind umzingelt.

Hier gilt es nichts, als einen heldenmüthigen Tod zu ſterben.

Conrad Waſa erſpäht mit Stanislas die Stelle, wo die Kaiſerlichen am ſchwächſten ſind, dann ordnet er ſeine Leute nach dieſer Seite hin.

Aber das iſt nicht leicht, denn der Kampf tobt furchtbar, Mann an Mann mit der Wuth des Todesmuthes, des Todeshaſſes ſchlagen die Feinde auf einander. Kein Schuß wird mehr gehört, mit dem Bajonette, der Senſe, dem Kolben morden ſich die Erbitterten, und mehr als je galt hier des Dichters Wort:Ein Schlachten war's, nicht eine Schlacht zu nennen.

Endlich war es den Anführern gelungen, eine Schaar um ſich zu ſammeln, doch ach, wie gering war ihre Zahl!

Waren die Uebrigen verſprengt, verwundet, gefangen oder todt ſie hatten keine Zeit, es zu fragen.

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