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Dienſte leiſten zu können. Und ſomit Gott befohlen und auf baldiges Wiederſehen!“
„Gott befohlen, Fürſt!“ Es bedurfte keiner weiteren Worte, Sigismund ging hinaus und über⸗ gab ſein Commando dem zunächſt befehlenden Offizier. Conrad Waſa aber zog ſein Weib an ſeine Bruſt.
„Hier, lege Dein Köpfchen an mein Herz, Julia,“ ſagte er ſehr weich, „denn es bedarf der Linderung in dieſen traurigen Stunden.“
„Warum ſo muthlos, mein Conrad? Gab es nicht ſchon Schlimme⸗ res, als was uns jetzt bevorſteht?“
„Wohl, Julia, auch fürchte ich nichts für die gute Sache, denn die ſtirbt nicht mit uns.“
„Und wir, wenn wir ſterben, ſo geſchieht es für das Vaterland.“
„Aber, Kind, wir ſterben ruhmlos, im Walde von der Menge der
Feinde eingeengt und erſtickt, ie das Wild, das die Hunde dem Jäger vor
die Büchſe jagen.“
„Das gejagte Wild wird den Jägern gefährlich werden.“
„Wie ſie ihm.“
„Conrad, welch trübe Gedanken umdunkeln Deine Stirn!“—
„Laß mich's geſtehen, es iſt mir oft, als habe das Glück gerade meine Waffen geflohen, als ſei Tarnow's letzter Sieg nur das Aufblitzen eines Lichtes vor gänzlichem Erlöſchen. Andere, tüchtigere Männer mögen ſtatt meiner in die Schranken treten, und mit beſſerem Verſtändniß oder mit beſſerem Stern die gute Sache weiter führen.“
„Du wollteſt den Schauplatz verlaſſen, mit geſunden Gliedern und in dieſen Gefahren?“
„Nein, Julia, ich will es nicht, denn ich kenne meine Pflicht. Aber morgen, heute ſchon vielleicht, liegen wir gefangen in ruſſiſchen Kerkern, verwundet oder todt auf abermals geknechteter Erde!“
„Woher dieſe entſetzlichen Gedanken?“
„Sie ſtammen nicht aus Muthloſigkeit, nur aus einfacher Berechnung. Mit Tarnow's Corps haben wir jetzt kaum neunzehntauſend Mann, die Ruſſen wenigſtens fünfundzwanzig. Ihnen gehört die Verbindung mit Warſchau, uns—“ 1
„Der Wald.“
„Recht, und wir wollen ihn halten, ſo lange es geht.“
„Kämpfen wollen wir, Conrad, aber dicht neben einander, daß Dein Loos das meinige ſei.“—
„Du liebes Weib, ja, ſieh mir ſo in's Auge, das giebt Muth und Geiſtesfriſche. Nimm dieſen Kuß— und wäre es der letzte— Julia— ich ſterbe gern, weil ich das Glück in Deinen Armen fand!“


