Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Das weiß ich nicht; ich habe ihn gefunden und dachte, ihn ſelbſt an ſeine Adreſſe zu bringen.

Es war kein Siegel darauf?

Das Wappen der Familie Batory, wie ich denke.

Conrad ſtand auf.

Gehen Sie, junger Mann, ſagte er mit gedrückter Stimme,Sie

treten in unſer Heer als Soldat der Freiheit, gebe Gott, daß dieſe Tage uns den Sieg und Ihnen die Epauletten verſchaffen. Uebrigens bleiben Sie in meinem Corps und werden Dienſte als Ordonnanz thun.

Adrian bedankte ſich und verließ den Fürſten, freilich nicht ſehr erbaut von der niedrigen Stellung, die dieſer ihm angewieſen hatte.

Während Conrad Waſa in finſterem Sinnen auf und nieder ging, trat

Julia mit Sigismund herein. Sogleich warf der Fürſt den Kopf empor, als wolle er um keinen Preis die Gattin ſeine tiefen Sorgen merken laſſen und ſeine gewöhnliche Heiterkeit kehrte auf die ſchönen Züge zurück.

Hier iſt ein Auftrag, ſagte er, dem Lieutenant die Hand reichend, der Muth und Klugheit fordert. Wollen Sie nach beſten Kräften ver⸗ ſuchen, ihn auszuführen?

Wenn dieſe Kräfte ausreichen?

Ich vertraue Ihnen ganz, und wenn Ihnen die Sache mißlingt, ſo werde ich die Schuld nicht Ihnen, ſondern unſerem Schickſal beimeſſen.

Um was handelt es ſich?.

Hören Sie. In Warſchau lebt ein reicher Jude, der durch große Schlauheit bisher alle unſere Geldverhältniſſe zu ordnen verſtand. Die National⸗Regierung ſchenkt ihm das vollſte Vertrauen und zwar mit Recht, denn er hat ſich unter den ſchwierigſten Verhältniſſen klug und treu be⸗ währt. In ſeinem Hauſe fanden lange Zeit die geheimen Sitzungen ſtatt, und ich weiß nicht, ob dies noch der Fall iſt. Die Noten der polniſchen Nation befinden ſich jedenfalls noch immer in ſeiner Verwahruug, nebſt vie⸗ len anderen Werthpapieren. Sie ſehen, der Mann iſt für uns von außer⸗ ordentlicher Wichtigkeit, und da ich ſoeben durch den Grafen Woyslawice erfahre, daß die ruſſiſche Polizei ihm auf der Spur iſt, ſo möchte ich ihm einen Mann ſchicken, der ihm hälfe, Alles bei Seite zu ſchaffen, was ihm und uns verderblich werden kann.

Kleiden Sie ſich als Bauer, als Handwerker, oder wie Sie wollen, und eilen Sie nach Warſchau. Das Haus des reichen Abraham zeigt Ihnen im Judenviertel ein Jeder; bringen Sie ihm meinen Gruß, nennen Sie ſich ihm als einen Soldaten aus dem Bataillon des Todes und ſagen Sie die Worte: Grab, Tod, Meer.

Ich denke, heut laſſen uns die Ruſſen in Ruhe. Wenn Sie ſich eilen, ſo ſind Sie morgen zur rechten Zeit wieder hier, um uns Ihre guten