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Unter ſolchen Gedanken ſchlummerte Adrian in Frieden ein und ruhte
traumlos in demſelben Zimmer, in welchem ſein Vater ſtarb, bis eine Hand ſich ihm auf die Schulter legte.
— Erſchrocken fuhr er empor und ſtarrte auf die ſchwarze Geſtalt, die von
dem entſchwindenden Mondlicht matt beleuchtet vor ihm ſtand.
„Der Herr Graf müſſen aufſtehen,“ flüſterte Jacob,„und gleich Ihre Reiſe antreten, ich werde Sie führen.“
„Aber warum?“ fragte Adrian ärgerlich.„Es war auf morgen früh verabredet.“.
„Freilich wohl, aber es ſind dazwiſchen gekommen häßliche Dinge, was Alles ich Ihnen werde erzählen, wenn wir unterweges ſind.“
„Haben Sie meinen Reiſeſack mitgebracht? ich brauche andere Kleider.“
„Herr Abraham hat geſagt, Sie ſollen anlegen die Schubitze von geſtern und ſollen reiſen als Jude. Aber um Gotteswillen, machen Sie ſchnell, Herr Graf, daß wir noch vor dem Tagesgrauen an Ort und Stelle ſind, machen Sie ſchnell, Herr Graf!“
Adrian fuhr verdrießlich in die Kleider und folgte ſeinem Führer hinaus.
Dieſer führte ihn durch die ganze Länge des Gartens und öffnete dann mit einem Schlüſſel, den er bei ſich trug, ein kaum ſichtbares Mauerpfört⸗ chen, das von Epheu dicht umgeben war.
Sie befanden ſich jetzt in einer ſchmalen Gaſſe, die hinter unordentlich ſtehenden Wirthſchaftsgebäuden entlang ging; dann quer über einen der Höfe ſchreitend und bald über Miſthaufen ſtolpernd, bald ſich an Pflügen und Eggen ſtoßend, gelangten ſie auf das freie Feld, das jetzt, da der Mond bereits untergegangen war, in tiefem Schatten lag.
„Ich muß Ihnen ſagen,“ begann Jacob jetzt,„daß die Ruſſen haben erfahren von Ihrer Anweſenheit bei meinem Schwiegervater und ſind ge⸗ kommen geſtern Abend, als er kaum zu Hauſe war, und haben durchſucht das ganze Haus, um Sie zu ſinden.
„Herr Abraham hat eine Zweihundertrubelnote auf den Tiſch gelegt und hat geſagt, ſein Vetter Schmuel Iſrael aus Lemberg wäre dageweſen.
„Darauf haben die Ruſſen das Geld genommen, aber geglaubt hat ihm Niemand, denn der Diener, der hat Alles verrathen, hat getragen Ihren Reiſeſack auf die Polizei und darin war ein Büchelchen mit Viſiten⸗ karten und die Taſchentücher gezeichnet mit Ihrem Wappen.
„Wie nun die Ruſſen ſehen, daß Herr Abraham ſie belogen hat, wer⸗ den ſie böſe und haben geriſſen den alten Mann und haben ihn geſchlagen und geſtoßen und die Mutter und Rebecca haben gejammert und geweint und der Alte hat ſich zuſammen genommen, wie ein ſchlauer Kopf, der er iſt, und hat geſagt:
„Meine Herren Polizeibeamten, wenn der junge Mann nicht iſt geweſen


