Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Erſcheinung, daß man ihn für weit größer hielt und zu ihm empor zu blicken meinte.

Mit freundlichem Lächeln trat er in das Zimmer, das ſchon halb in Dämmerung lag und den jungen beſtaubten Reiſenden auf einen Stuhl ein⸗ ladend, ſagte er in mildem Tone, doch mit der ſcharf ausgeprägten Sprech⸗ weiſe ſeines Stammes:

„Womit kann ich dienen, junger Herr?“

„Sie kennen mich nicht,“ ſagte Adrian, ihn aufmerkſam betrachtend, „denn ich war ein kleiner Knabe, als ich einſt mit meinem Vater bei Ihnen war; ich aber kenne Sie, denn Ihr Bild vergißt man nicht leicht.“

„Sagen Sie das meiner Rebecca, die glaubt es Ihnen.“

„Auch Sie müſſen es mir glauben. Ich weiß nicht, was mein Vater damals mit Ihnen verhandelte, das aber weiß ich, daß ich Ihnen heute ſein Leben und mein Glück zu danken habe.“

„Ihr Glück“— und der Blick des Alten ſtreifte über die verbrauchte Kleidung Adrian's—„aber wer iſt Ihr Vater?“

„Der Mann, der in Ihrem Schutze lebt, Graf Eduard Woysla⸗ wice.“.

„Lebt, ſagen Sie?— wenn das Ihr Vater war, ſo lebt er nicht mehr!“

„Mein Vater—— aber das wäre ſchrecklich—!“

„Ja, junger Mann, der Herr Graf iſt geſtorben, es iſt grad vier⸗ zehn Tage her und hat gelebt in meinem Garten vor der Stadt, und ich habe es gemeldet ſeinen Söhnen nach Paris, den Herren Roger, Anatole und Adrian.“

„Das bin ich— ich heiße Adrian Woyslawice— aber Ihr Brief iſt nicht zu uns gekommen.“

„Erklärlich in ſolchen Zeiten.“

„Und mein Vater—?“

„Starb, wie ich Ihnen ſagte, und Sie können ruhig ſein, denn ich habe es ihm an nichts fehlen laſſen und meine Rebecca hat ihn gepflegt, wie ſie einſt mich pflegen ſoll, das brave Kind.“

Adrian ſchlug die Hände vor das Geſicht.

„O, dann bin ich ganz hülflos, ganz verlaſſen!“—

„Wie ſo? Hät mein Geſchäftsfreund in Paris nicht meine Anweiſun⸗ gen honorirt?

„Gewiß, er that es.“

„Nun alſo, wie kommen Sie hierher in ſolchen Kleidern und gegen den Willen Ihres Herrn Vaters ſelig, der es mir tauſend Mal geſagt hat, Abraham, hat er geſagt, es iſt beſſer, meine Söhne bleiben drau⸗