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2. ZBas Kloſter der Franziskaner.
Es war eine finſtere Märznacht. Düſter wie das Geſchick Polens lagerten dichte Wolkenmaſſen über Warſchau.
Der Regen floß in Strömen und ſtörte allein das traurige Schweigen der Nacht.
„Warſchau iſt ruhig“, ſo meldete Souwaroff dem Czaren, nach jenem furchtbaren Gemetzel in der Vorſtadt Praga, das einen unvertilgbaren Schandfleck auf dem Andenken dieſes Generals hinterlaſſen hat— Warſchau war auch heut ruhig— aber es war„die Ruhe eines Kirchhofs“.
Sechszigtauſend Ruſſen lagerten in der Stadt, einer ſolchen Macht glaubte die ruſſiſche Regierung zu bedürfen, um eine Einwohnerſchaft von 200,000 Seelen im Zaume zu halten, um ihren Anordnungen Reſpect zu verſchaffen.
Und worin beſtanden dieſe Anordnungen?
In den abſcheulichſten Beſchränkungen des öffentlichen wie des privaten Lebens, in das die Militairdespotie mit roher Hand ſich die übermüthigſten Eingriffe erlaubte.
Im Anfange des Jahres 1861 war Warſchau in Belagerungszuſtand erklärt worden, und ſeitdem hatte ſich die Lage der unglücklichen Stadt ſtufenweiſe verſchlimmert, bis endlich jetzt das haſſenswerthe Regiment des General Berg, dem die Lorbeeren ſeines Kameraden Mouravieff keine Ruhe laſſen, ſie wie eine eroberte, feindliche Stadt behandelte, ja ſchlimmer darin hauſte als der ärgſte Feind verantworten könnte.
Auf den öffentlichen Plätzen und dem ſächſiſchen Garten lagern die ruſſiſchen Soldaten in Zelten, die Koſaken bivouakiren in den Straßen neben ihren Pferden, Paläſte ſind in Kaſernen verwandelt, ein Wunder, daß man Kirchen und Klöſter noch geſchont.
Eine ängſtliche Stille herrſchte in der Nacht, von der wir ſprechen, in der weiten Stadt. Kaum hörte man den gleichmäßigen Schritt der zahl⸗ reichen Schildwachen, denn vor dem Unwetter hatten ſie ſich in ihre Schil⸗ derhäuſer oder unter Thorwege und Thüren zurückgezogen und bewachten von dort aus die leeren Straßen, um zu ſehen, ob ſich irgendwo etwas Verdächtiges regte.
Mitternacht ſchlugen in geringen Zwiſchenräumen ſämmtliche Thurm⸗ uhren der Stadt, und das helle Glöcklein des Franziskanerkloſters rief die frommen Väter zur Vigilie.
Durch die hohen Hallen des Kloſters— Lampen, die in weiten Zwi⸗ ſchenräumen von der Decke herabhingen, erleuchteten ſie nur ſpärlich—
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