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Dieſer Entſchluß wurde ausgeführt. Ein Theil der Polen ſetzte nach 9 dem Abmarſch der detachirten Corps den Kampf noch eine Zeitlang fort und zogen ſich dann in ſchönſter Ordnung zurück, ohne daß die Ruſſen daran dachten, ſie zu verfolgen, denn ſie waren froh, auf ſo gute Manier Herren 4 des Schlachtfeldes geworden zu ſein.
Langiewicz, Fräulein Puſtowoitoff und die Offtziere ſeines Stabes, „. unter ihnen Bentkowski, ſetzten über die Nida, glücklich entkamen die letzte⸗ ren den umherſtreifenden Grenzpatrouillen; nicht ſo aber Maryan Langie⸗ wicz und ſein weiblicher Adjutant; ein öſterreichiſches Huſarenpiquet machte Beide zu Gefangenen und führte ſie nach Tarnow, der nächſten Stadt, wo ſich ein Commando befand.
Bei der damaligen milden Praxis der öſterreichiſchen Regierung hätte man den Dictator, der ſich einen falſchen Namen beigelegt, vielleicht, wie er es verlangte, freigelaſſen und ſich mit ſeiner Entwaffnung begnügt; ein Beamter in Tarnow erkannte ihn jedoch— und nun war es freilich nicht mehr möglich, ihm freien Abzug zu gewähren. Man beſchloß, ihn und ſeine Begleiterin bis auf weitere Ordre von höherer Stelle in Gewahrſam zu be⸗
halten. 4 Dies geſchah, und bald kam der Befehl, Langiewiez nach der Citadelle 1 von Krakau zu bringen, Fräulein Puſtowoitoff aber frei zu laſſen.
Sie mußten ſich trennen.
Die Haft des Exdictators in Krakau dauerte nicht lange; in ſo un⸗ mittelbarer Nähe des Schauplatzes der blutigen Kämpfe zwiſchen den Polen und Ruſſen fürchtete man einen Handſtreich zu ſeiner Befreiung. Er wurde daher nach Tiſchnowitz in Mähren geführt, und da man ihn durch ſein Ehrenwort am feſteſten gebunden glaubte, geſtattete man ihm, ſich im Um⸗. kreiſe der Stadt frei zu bewegen.
Dies war das traurige Ende der kurzen Dictatur eines Mannes, der, bei weniger widrigen Umſtänden, Großes für ſein Vaterland geleiſtet haben würde, dem Polen vielleicht ſeine Freiheit verdankt hätte, denn er war mehr als ein kühner Inſurgentenführer— er war ein Feldherr!
Wie aber wirkte dieſe Cataſtrophe auf den Stand der Inſurrection?
1 Unſere folgenden Kapitel werden beweiſen, daß, ſo ſehr man auch den 6 Verluſt fühlte, man ſich durch ihn jedoch keinesweges entmuthigen ließ, denn — Polen iſt reich an Helden, und außergewöhnliche Umſtände locken Charaktere und Talente hervor, die in friedlichen Zeiten unter unſcheinbarem Aeußeren
verborgen geblieben wären!


